Der größte Markt der Welt

China hat seine Dollar-Reserven in letzter Zeit zurückgefahren, trotzdem hält das asiatische Land noch einen gigantischen Schatz US-Devisen in seinen Reihen. Welche Länder noch größere Mengen der US-Währung halten und welche Auswirkungen dies auf die Weltwirtschaft hat, soll hier erläutert werden. Ebenfalls soll betrachtet werden, welche Rolle der Forex dabei spielt.

Bündel Hundert-Dollar-Scheine auf einem Stapel

Dollar, Dollar, Dollar – Der Dollar regiert die Welt. Das belegen auch die Währungsreserven.

Forex? Warum ist das wichtig?

Zunächst soll umrissen werden, was der Forex-Handel ist und wie er funktioniert. „Foreign Exchange Market“ oder kurz Forex bezeichnet alle Geschäfte, die sich um den Kauf und Verkauf von Fremdwährungen drehen. Schon wenn Sie vor der nächsten Reise nach Dänemark Ihren Euro in eine andere Währung eintauschen, ist dies bereits Teil der Wirrungen der Devisenmärkte.

Devisen sind einfach die Bezeichnung für Fremdwährungen. Diese Fremdwährungen können sie nun bei einem Broker in sogenannten Lots, standardisierten Einheiten, in der Regel 100.000 Stück, erwerben. Mit Hilfe des Hebels ist es möglich, dass der Anleger im Schnitt nur zwischen 0,25 und 5% der gehandelten Summe hinterlegen muss. Den Rest stellt der Broker.

Der Broker schließt den Handel automatisch, wenn das Guthaben der Einlage aufgebraucht ist. So können auch Privatleute mit relativ geringem Risiko am Forex teilnehmen. Nach Angaben von Statista hat die Höhe der Umsätze, die pro Handelstag am Devisenmarkt bewegt werden, seit 1995 von knapp 1,2 Billionen US-Dollar auf fast 5,1 Billionen US-Dollar im April des Jahres 2016 zugenommen. Damit ist der Forex-Markt der größte und liquideste Finanzmarkt der Welt.

Zahlungsverkehr verläuft in US-Dollar

Die US-amerikanische Währung bildet dabei seit Jahrzehnten die unangefochtene Leitwährung in der Weltwirtschaft. Gemäß einer Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist der Dollar an über 87 % aller Devisentransaktionen beteiligt.

Darüber hinaus findet der Welthandel immer noch überwiegend in Dollar statt. Obwohl Europa dreimal so aktiv Handel mit der Welt betreibt als die USA, müssen die Europäer für ihre Exporte immer wieder auf die amerikanische Währung zurückgreifen. Dies wird in der sogenannten Swift-Statistik, welche den internationalen Zahlungsverkehr aufzeigt, untermauert. Sie belegt, dass der Dollar derzeit 44% des internationalen Zahlungsverkehrs ausmacht. Einen großen Teil seiner Stärke bezog oder bezieht er noch heute genau aus dieser Eigenschaft.

Der Wert des Dollar hat großen Einfluss auf die gesamte Weltwirtschaft. Wenn die FED den Leitzins erhöht, steigert dies weltweit die Nachfrage auf den Dollar. Dadurch fließt Geld aus den Emerging Markets ab und führt dort zu Turbulenzen.

Gerade, wenn man den ökonomischen Kardinalsfehler begangen hat und sich Geld in fremder Währung, vorliegend in Dollar, geliehen hat, besteht ein hohes Risiko, Probleme mit der Tilgung der Schuldenlast zu bekommen. Wenn dann die Konjunktur infolge des Kapitalabflusses leidet, ist die Aufwertung doppelt schmerzlich. So eine Erhöhung hat es in der Vergangenheit nur zweimal gegeben und eine weitere Erhöhung des US-Leitzinses könnte noch Ende dieses Jahres folgen.

Länder nach Währungsreserven oder Bedeutung für den Forex

Während die weltweiten Devisenreserven im Jahr 2013 mit 11,685 Billionen US-Dollar ihren Höchststand erreicht hatten, haben sie seitdem einen knapp 10-prozentigen Rückgang zu verzeichnen. Sie lagen 2016 nur noch bei 10,715 Billionen US-Dollar.

Die folgenden Länder halten, nach von Statista aufbereiteten Daten, die die Länder für den Februar 2017 an den Internationalen Währungsfonds herausgegeben haben, die größten Währungsschätze in ihren Händen.

Dabei meinen Währungsreserven die Aktivposten einer Zentral- oder Notenbank in ausländischen Währungen, Edelmetallen, Sonderziehungsrechten oder Reservepositionen in IWF vorgehaltenen Mitteln zur Beeinflussung des Devisenmarktes oder der Deckung von Außenhandelsdefiziten.

Nach Angaben von Reuters beziehungsweise dem IWF betrugen die weltweiten Devisenreserven vor fünf Monaten nur 10,8 statt zuvor 11,06 Billionen US-Dollar. Dabei beträgt der Anteil des US-Dollars etwas über 63%, was dem Volumen von rund 4,94 Billionen entspricht. Der chinesische Yen liegt ca. bei einem Prozent. Der Euro macht rund 19,7 % der Devisenreserven aus.

  • China ist seit 2010 die Nummer Zwei auf der Liste der Volkswirtschaften. Im Jahr 2014 überholte China die USA sogar, gemessen an der Kaufkraft. Es verfügt ohne Hongkong über Devisenreserven in Höhe von 3,2999 Billionen US-Dollar. Das Wirtschaftswachstum ist auf ca. 6,5% eingestellt.

    Die Wirtschaft im Reich der Mitte ist stark auf Export ausgerichtet, der Außenhandel ist in den vergangenen zwölf Jahren um mehr als 1000% gewachsen. Mit Shanghai beheimatet China den größten Containerhafen der Welt und ist ohne Hongkong noch zwei weitere Male in den Top 10 vertreten. Das führt zu einem Spannungsfeld in der Währungspolitik. Ein zu starker Yuan verteuert die Exporte und führt zum Einbrechen der Ausfuhr von Waren.
    Ein zu schwacher Yuan ist gefährlich für die Volkswirtschaft des Landes.
    Wenn der Wert zu niedrig ist, ziehen ausländische Investoren ihr Geld ab. Derzeit versucht die chinesische Regierung, die heimische Währung gegenüber dem Dollar zu stärken. Dazu hatte die chinesische Zentralbank Devisenreserven verkaufen müssen, um auszugleichen, dass immer mehr Chinesen ihr Vermögen diversifizieren wollten und unter anderem große Mengen an Dollar erwarben.

    Dieser Schritt war somit nötig, um eine zu große Abwertung des Yuan (Renminbi) gegenüber der US-Währung zu verhindern. Bis 2020 will die Regierung die Währung komplett für den Handel freigeben und ihren Wert den Einflüssen von Angebot und Nachfrage stärker aussetzen.

    Für die nähere Zukunft ist geplant, die Staatsunternehmen marktgerechter und wettbewerbsfähiger aufzustellen, die Wertschöpfungskette im Land auszubauen und sich in strategischen Technologien wie Informationstechnik, Biotechnologie oder Luft- und Raumfahrttechnik zu spezialisieren. Daneben sollen auch die „Green Economy“ und Robotertechnik ausgebaut und gefördert werden.

    Die Investitionsbedingungen für ausländische Akteure sind jedoch nach wie vor noch verbesserungsbedürftig. Derzeit laufen allerdings Verhandlungen mit der EU bezüglich eines umfassenden Investitionsabkommens.

 

  • An zweiter Stelle folgt Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, die immerhin 1,2969 Billionen an Währungsreserven vorhält. Das stark exportorientierte Land muss ebenfalls darauf bedacht sein, dass der Yen nicht zu stark an Wert gegenüber dem Dollar gewinnt. Dies würde Waren aus dem Inselstaat verteuern und fast die gesamte japanische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.

    Sie gehört in den Bereichen Forschung, Entwicklung und der Produktion, Elektronik, Maschinen, Automobilbau und der Chemieindustrie zur Weltspitze. Deswegen ist die Geldpolitik des Landes stets darauf bedacht, den Exportsektor durch Schwächung des Yen zu fördern. Bei der demografischen Entwicklung und einer schwachen Binnennachfrage wird diese Abhängigkeit auch weiter fortbestehen.

    Gerade hat eine Abwertung des Yen zu Kurssteigerungen am japanischen Aktienmarkt geführt. Besonders gefragt waren, wie zu erwarten war, die Exportunternehmen. Zuvor hatte noch ein Zehn-Monats-Hoch des Yen im Vergleich zum Dollar um die Gewinne dortiger Unternehmen fürchten lassen. Dabei haben unter anderem die leichte Entspannung mit Nordkorea sowie das Abflauen des Hurrikans Irma geholfen. Eine Woche zuvor hatte der Dollar noch den niedrigsten Wert seit Anfang 2015. Dafür ist unter anderem die instabilere politische Lage in den USA verantwortlich.

    Durch ein Ankaufprogramm japanischer Staatsanleihen in einem Umfang von 700 Milliarden Euro jährlich seit 2014 hat die Geldmenge im Verhältnis zum BIP im Jahr 2016 ca. 80% erreicht. In der EU liegt dieser Wert bei etwa 20% und in den USA bei ca. 21%. Nachdem die Höhe der ausländischen Direktinvestitionen 2012 mit 206 Milliarden US-Dollar ihr Maximum erreicht hat, ist sie in den Folgejahren wieder auf ca. 170 Milliarden US-Dollar zurückgegangen. Insgesamt profitiert Japan jedoch von der Integration Asiens in den Weltmarkt und dem Erstarken der aufstrebenden Schwellenländer. Japans Geldpolitik sowie seine herausragende Rolle auf dem Weltmarkt sorgen dafür, dass der JPY zusammen mit USD mit 13% Anteil am Forex-Markt das am zweithäufigsten gehandelte Währungspaar bildet.

 

  • In der Schweiz befinden sich immerhin noch 0,7138 Billionen US-Dollar auf der Habenseite beim IWF. Die Arbeitslosenquote in der Alpenrepublik liegt bei niedrigen 3,3% und die Inflationsrate beträgt -0,4%. Das Land ist durch den Bankensektor sowie eine auf Export ausgerichtete spezialisierte Industrie geprägt. Daneben erwirtschaftet es aber auch beachtliche Gewinne mit dem Handel von Rohstoffen.

    Nachdem die Preisbindung an den Euro in Höhe von 1,2 CHF pro Euro im Januar 2015 aufgehoben wurde, befand sich der Franken im Höhenflug. Das setzte der Exportwirtschaft und dem Tourismus stark zu. Bisweilen erreichte er gar Parität gegenüber dem Euro. Gerade der starke Euro macht ihm zu schaffen. Durch die stabile Wirtschaft im Euroraum und die Ankündigung Draghis, das Konjunktur- beziehungsweise Wertpapierankaufprogramm der EZB bald einstellen zu wollen, hat sich das Blatt gewendet.

    Derzeit hat der Schweizer Franken einen Tiefpunkt erreicht und es werden 1,14 Franken für einen Euro aufgerufen. Dadurch profitieren aber wiederum beispielsweise die Uhrenhersteller Swatch und Richemont, die einen großen Teil ihrer Waren im Ausland verkaufen. Auch andere spezialisierte Unternehmen, zum Beispiel für medizinische Präzisionsinstrumente oder aus der Elektroindustrie, profitieren von besseren Exportchancen.

    Auf der anderen Seite ist die Schweiz aber auch eine sichere Bank für internationale Anleger. Wenn der Franken zu sehr schwächelt, könnte dieser Status gefährdet sein. Schwierig ist es ebenfalls für Unternehmen, die in der EU produzieren lassen oder dort einkaufen. Für sie erhöhen sich folglich die Ausgaben und es leidet die Wettbewerbsfähigkeit. Nicht zuletzt sind die Bürger der Schweiz betroffen. Artikel aus dem Ausland oder Urlaubsreisen werden für sie deutlich teurer werden als bislang.

    Die Schweiz profitiert jedoch davon, dass die Kursschwankungen zum Euro dadurch abgefedert werden, dass die dicken Fische des schweizerischen Aktienmarktes wie zum Beispiel Roche, Nestlé und Novartis einen Großteil ihrer Gewinne in US-Dollar einfahren. Dadurch betrug der gesamte Außenhandelsüberschuss im Jahr 2016 etwa 37 Milliarden Schweizer Franken.

 

  • Nach der Schweiz rangiert Saudi-Arabien auf dem vierten Platz. Es ist die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum. Sie hat Devisenreserven in Höhe von ca. 0,4929 Billionen US-Dollar zur Verfügung. Saudi-Arabien ist einer der größten Erdölproduzenten und der weltweit größte Exporteur von Erdöl. Da Erdöl traditionell in US-Dollar gehandelt wird, ist die Wirtschaft des Landes extrem abhängig vom Kurs der weltweiten Leitwährung.

    Das Staatsdefizit lag im letzten Jahr bei mehr als 90 Milliarden Euro. Deshalb wurde im letzten Jahr die ehrgeizige Reform „Vision 2030“ vorgestellt. Es soll eine Diversifizierung der Wirtschaft erfolgen und 5% des staatlichen Ölkonzerns sollen verkauft werden. Der restliche Teil soll in den Staatsfonds integriert werden, der damit zum größten der Welt anwachsen würde. Unter anderem sollen eigene Anlagen zur Produktion Erneuerbarer Energien gefertigt, das Bildungssystem reformiert, Frauen verstärkt in den Arbeitsmarkt integriert werden und vieles mehr. Die wirtschaftliche Zukunft des Wüstenstaates wäre auf diese Weise auch nach einem Versiegen der Ölquellen gesichert.

    In zwanzig Jahren will der Kronprinz sein Land in die Unabhängigkeit vom Öl geführt und es zum weltweiten Großinvestor gemacht haben. Dafür sollen auch wieder mehr Einheimische in den Arbeitsmarkt eingebunden werden, der heute durch ungefähr neun Millionen Expats, also ausländische Arbeitskräfte, dominiert wird.

    Sogar eine fünfprozentige Mehrwertsteuer soll nächstes Jahr eingeführt werden. Wenn sich Saudi-Arabien vom Öl wegentwickelt, ist davon auszugehen, dass sie sich noch weitaus aktiver auf den Finanzmärkten engagieren werden, höchstwahrscheinlich auch auf dem Forex-Markt.

 

  • Honkong hält 0,4202 Billionen US-Dollar an Währungsreserven vor. Das hohe Devisenvermögen resultiert vor allem daraus, dass Hongkong eines der bedeutendsten Finanzzentren Asiens ist und über den viertgrößten Containerhafen der Welt verfügt.

    Die Arbeitslosenquote des extrem dienstleistungsorientierten Landes liegt bei 3,5%. Der Dienstleistungssektor ist für 90% des Bruttoinlandproduktes verantwortlich, jeder zweite Arbeitnehmer ist im Handel, Finanzbereich, in der Logistik oder ähnlichen Branchen beschäftigt.

    Daneben spielt auch der Tourismus eine tragende Rolle. Der Hongkong-Dollar ist an den US-Dollar gebunden. Daher befindet er sich lediglich auf dem Markt für Nebenwährungen, die nur einen Anteil von ca. 10 % des Devisenmarktes ausmachen.

    Die Inflationsrate lag zuletzt bei 2,4%. Nebenbei ist Hongkong die bedeutendste Quelle für ausländische Investitionen und verschafft Unternehmen vom chinesischen Festland Zugang zu Fremdkapital. Hongkong war 2016 zweitgrößter Zielmarkt und drittgrößte Quelle ausländischer Direktinvestitionen.

 

  • Knapp dahinter folgt Russland mit 0,403 Billionen US-Dollar Rückhalt. Vornehmlich durch Rohstoffhandel angehäuft verfügt Russland ebenfalls über einige Devisenreserven. Die russische Wirtschaft ist nicht so sehr von Exporten verarbeiteter Güter abhängig, 50% des Bruttoinlandsprodukts werden im Handels- oder Dienstleistungssektor erwirtschaftet.

    Daneben werden hauptsächlich Rohstoffe, insbesondere Erdöl und Gas, exportiert, die weit überwiegend in US-Dollar gehandelt werden. Die verarbeitende Industrie macht nur ca. 15% des BIP aus. In der jüngeren Vergangenheit hatte Russland immer wieder große Mengen US-Dollar verkauft, um Wertverluste des Rubels auszugleichen.

    Nachdem der Ölpreis Anfang 2016 bis auf 26 Dollar gesunken war, die russische Wirtschaft einbrach und mit ihr der Rubel auf ein Allzeittief fiel, musste sich Russland in großem Umfang von US-Wertpapieren trennen. Die Sanktionen des Westens verschärften die Situation zusätzlich. Nun ist der Ölpreis zuletzt wieder gestiegen und liegt mittlerweile wieder im Bereich der 50 Dollar.

    Dadurch hat sich die Kreditwürdigkeit Russlands wieder enorm verbessert. Der Rubel hat sich ebenfalls erholt, so dass fast die Sorge bestehen könnte, er würde den zaghaften Aufschwung der Wirtschaft bremsen. Seit der Wahl Trumps zum US-Präsidenten im November letzten Jahres konnte Russland in zwei Anläufen seine US-Anleihen wieder auf den Umfang von knapp 100 Milliarden US-Dollar ausbauen.

    Daneben hat es Russland kürzlich geschafft, sich an den Sanktionen vorbei am freien Markt Geld zu beschaffen. Mit fast doppelt so hohen Zinsen wie bei US-Schuldpapieren fällig gewesen wären, hat Russland Staatsanleihen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar verkauft.

    Jetzt, da das Vertrauen der Märkte zurückgekehrt ist, kann man von einer Überwindung der Krise sprechen. Das darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Russland stark von seinen Rohstoffen abhängig ist und große strukturelle Reformen dringend nötig wären.

 

  • An nächster Stelle folgt Südkorea mit einem Volumen von 0,3739 Billionen US-Dollar. Mit Herstellern wie Samsung, Daewoo, Hyundai und LG, die in dem Tigerstaat beheimatet sind, kann man die Rolle, die die Exportwirtschaft im Land einnimmt, gar nicht hoch genug beziffern.

    Folglich muss das Land auf den Devisenmärkten Einfluss nehmen können, um den Kurs des koreanischen Won im Vergleich zum US-Dollar niedrig zu halten. Auch die internationalen Spannungen rund um die koreanische Halbinsel hatten kaum merklichen Einfluss auf die wirtschaftliche Situation vor Ort.

    Der Won hat sich in den letzten Wochen kaum bewegt. Ausländische Investitionen sanken 2016 jedoch um 41% auf 9,8 Mrd. US-Dollar. Derzeit sind ca. 7500 ausländische Firmen in der Republik Korea aktiv. Neben den Investitionen ist auch der Außenhandel um 12,3% zurückgegangen.

 

  • Darauf folgt Brasilien mit immerhin noch 0,369 Billionen US-Dollar Währungsreserven. Ebenfalls Teil der BRICS-Staaten ist es eines der größten Schwellenländer der Welt. Wegen seines Rohstoffreichtums leidet das Land aber gerade unter den niedrigen Preisen, gerade dem für Erdöl.

    Durch das 18-Monats-Tief der Inflationsrate besteht auch die Hoffnung darauf, dass der Konsum im Land wieder leicht zulegen könnte. Die Wirtschaft wird stärker und die Krise ist hoffentlich überwunden. Die Ursache für das fehlende Vertrauen der Investoren und die daraus resultierende schwere Rezession war in einem großen Haushaltsloch begründet, welches in Folge von Subventionen und gestiegenen Staatsausgaben entstanden ist.

    Bei 200 Millionen Einwohnern und einem Außenwirtschaftsanteil von gerade einmal 20% ist der Binnenmarkt am wichtigsten. Dort ist die Arbeitslosigkeit jedoch auf 12% gestiegen. Die größte Schwachstelle der Wirtschaft ist die seit 2014 mit schrumpfender Produktion kämpfende Industrie. Dadurch profitiert das Land auch nicht vom niedrigen Wert ihrer Währung.

    Nachdem Brasilien 2014 das erste Mal seit über zehn Jahren eine negative Außenhandelsbilanz auswies, erholte sich dieser Wert in den darauffolgenden Jahren wieder schnell. Obwohl das Handelsvolumen insgesamt zurückgegangen ist, erzielte Brasilien den höchsten Überschuss seit Beginn der Aufzeichnungen 1980.

    Im Jahr 2016 hat sich die Situation bezüglich ausländischer Investoren wieder verbessert. Es sind Direktinvestitionen in Höhe von 79 Milliarden US-Dollar ins Land geflossen.

 

  • Den siebten Platz sichert sich Indien mit einem Guthaben von 0,3669 Billionen US-Dollar. Das Land zählt zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt und verzeichnete im Haushaltsjahr 2016/2017 ein Wirtschaftswachstum von 7,1%.

    Für dieses Jahr werden ähnliche Zahlen erwartet. Gegenüber den anderen BRICS-Staaten hat Indien derzeit die Nase vorn. Die Inflation ist auf dem Subkontinent zwischen 2014 und jetzt von fast 10% auf zuletzt 3,5% gesunken. Maßgeblich bedingt durch das Bekenntnis zur Marktwirtschaft durch die Regierung Modi konnte Indien ein starkes Wachstum ausländischer Investitionen verzeichnen.

    Zwischen April 2015 und März 2016 erreichten sie eine Höhe von 40 Milliarden US-Dollar. Der Anteil des Außenhandels am BIP hat sich zwischen 2000/01 und 2015/16 von 23% auf 45% erhöht. Seit ihrem Tiefpunkt nach der Währungsreform im November 2016 hat sich die Rupie gegenüber dem Dollar erholt und steht mittlerweile besser da als vorher.

    Defizite bestehen in Indien im Bereich des Verkehrswesens, aber es gibt konkrete Planungen, zumindest die wirtschaftlichen Zentren des Landes miteinander zu verbinden.

 

  • Dann kommt Singapur mit immerhin noch 0,2533 Billionen US-Dollar als Posten auf der Aktivseite. Singapur verfügt über den größten Containerhafen der Welt und ist infrastrukturell hervorragend aufgestellt. Zusätzlich befindet sich vor Ort eines der bedeutendsten Finanzzentren der Welt.

    Daneben hat Singapur extrem niedrige Zölle und ein unkompliziertes Zollsystem. Circa 96% aller Importe sind zollfrei und Importlizenzen sind nur für eine kleine Anzahl Güter erforderlich. Die Wirtschaft ist sehr exportorientiert und somit stark abhängig von den Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten.

    Insbesondere Dollar und Euro spielen eine bedeutende Rolle. Deshalb konzentriert sich die Geldpolitik des Stadtstaates auf die Kontrolle der Wechselkurse, insbesondere zum US-Dollar. Nach langer Zeit des Kursanstiegs im Vergleich zum US-Dollar verlor der Singapur-Dollar kürzlich wieder leicht.

    Große Bedeutung haben zudem auch Singapurs Staatsfonds. Zum einen Temasek, der in den letzten zehn Jahren von 164 auf 275 Milliarden Singapur Dollar gewachsen ist. Zum anderen der GIC, der zwar offiziell auf 100 Milliarden US-Dollar taxiert ist, dessen Wert Analysten jedoch auf die dreieinhalbfache Höhe schätzen.

    Für Investoren ist Singapur ein sicherer Hafen. Die Bevölkerung ist gut ausgebildet, das Wirtschaftsklima ist sehr geschäftsfreundlich und die politische Lage sowie die Währung sind stabil. Daneben bietet der Singdollar noch Zinsen im, wenn auch sehr niedrigen, positiven Bereich.

 

  • An elfter Stelle steht die Bundesrepublik Deutschland. Sie kann sich immerhin noch auf einen Schatz von 0,1958 Billionen US-Dollar verlassen. Die größte Volkswirtschaft Europas war bis 2008 Exportweltmeister und hat ihr ganzes Wirtschaftssystem darauf ausgelegt. Beinahe jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Außenhandel ab.

    Die Außenhandelsquote lag im Jahr 2015 auf Vorkrisenniveau bei 72,2% des Bruttoinlandsprodukts. Umso bemerkenswerter ist es da, dass das Land seine Währungspolitik mit dem Beitritt zum Euro weitestgehend in die Hände der Europäischen Zentralbank gelegt hat. Seine hohen Währungsreserven verdankt es seinem Handelsüberschuss, der seit 2014 jährlich deutlich bei über 200 Milliarden Euro liegt. Im Jahr 2016 betrug er sogar 252 Milliarden Euro und knackte zum dritten Mal in Folge die Bestmarke.

    Ein Ende dieser Entwicklung ist bisher nicht abzusehen. Als rohstoffarmes Land ist Deutschland auch gerade auf dem Energiesektor abhängig von Importen. Importe würden bei einem starken Dollar teurer werden, da Rohstoffe überwiegend in dieser Währung gehandelt werden. Ein zu starker Euro verteuert dagegen die Exportgüter und gefährdet Arbeitsplätze.

    Unter der Politik des billigen Geldes und den Nullzinsen leiden auf der anderen Seite die privaten Versicherungen, Sparvermögen und die Sozialversicherungen. Letztere sind gesetzlich dazu gezwungen, in sichere, aber derzeit wenig rentable Anlagen zu investieren. Für die privatwirtschaftlichen Akteure bliebe der Forex-Handel, schließlich bilden der Euro und der US-Dollar das wichtigste Währungspaar.

 

  • Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt, verfügen dafür aber über ein verhältnismäßig geringes Volumen an Währungsreserven. Das ist hauptsächlich mit dem USD als Leitwährung zu begründen und hat mehrere Ursachen.

    Zum einen spielt der Dollar wie bereits erläutert eine herausragende Rolle für die Weltwirtschaft. Daher können die Vereinigten Staaten weit häufiger in ihrer eigenen Währung auf dem Weltmarkt Handel treiben. Ein Umtausch in andere Währungen entfällt so.

    Den Unternehmen kommt zugute, dass sie so auch keine teuren Absicherungsgeschäfte zu tätigen brauchen. Trotzdem ist der US-Dollar am weit überwiegenden Teil aller Devisentransaktionen beteiligt. Sowohl die Außenhandelsbilanz als auch der Haushalt weisen mit negativen 502,3 und 552 Mrd. USD große Defizite auf. Die Schuldenlast des Staates beträgt aktuell gigantische 20,165 Billionen US-Dollar. Diese versuchen sie mit einem schwachen Dollar zu kompensieren. Deshalb drängen die USA stets darauf, dass beispielsweise China und andere Nationen ihre Währungen aufwerten sollten.

    Jahrelang hatte die FED zudem eine Nullzinspolitik betrieben und große Mengen Geld in Umlauf gebracht und so den Kurs des Dollars künstlich gesenkt. Im Dezember 2015 wurden die Zinsen jedoch erstmals seit neun Jahren wieder erhöht.

    Ihren wirtschaftlichen Erfolg gründen die Staaten auf ein riesiges, gut erschlossenes Land und den Rohstoffreichtum. Bis zum Jahr 2020 will die USA energieautark sein. Daneben verfügt das Land über einen ca. 324 Mio. Einwohner umfassenden Binnenmarkt.

    Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet knapp 80% des BIP, der Rest entfällt auf den Industriesektor bzw. 1% auf die Landwirtschaft. Der Arbeitsmarkt hat nahezu Vollbeschäftigung erreicht, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,8 %.

 

  • Großbritannien hatte 2016 immerhin noch 0,1635 Billionen US-Dollar an Währungsreserven vorzuweisen. London ist nicht nur die Hauptstadt des Königreichs, sondern auch der führende Finanzplatz der Welt, noch vor New York, Hongkong und Singapur.

    Gerade im Bereich des Derivate- und Devisenhandels ist London weltweit führend. Das Britische Pfund ist zusammen mit dem Dollar noch an immerhin 11,6 % des Devisenhandels beteiligt. Mit einem Wertschöpfungsanteil von 11% ist die Finanzbranche überproportional stark verwurzelt. Nicht einmal der drohende Brexit scheint derzeit diese Position zu gefährden.

    Überhaupt ist der Dienstleistungssektor mit 79-prozentigen Anteil am BIP für das Land prägend. Vor allem der Finanzsektor nimmt hier eine überragende Rolle ein. Auf vielen Hochtechnologiegebieten braucht sich die britische Wirtschaft auf dem Weltmarkt jedoch nicht zu verstecken. Dazu gehören Telekommunikation, Informationstechnik, Rüstungstechnologie, Fahrzeugbau, Elektrotechnik Pharma- und Chemieindustrie sowie die Biotechnologie. Das produzierende Gewerbe trägt jedoch noch zu 14% zum BIP bei.

    Dennoch erreichte die Beschäftigungsquote im Herbst 2016 mit 74,5% einen historischen Höchststand. Die Arbeitslosenquote liegt bei derzeit unter 5% auf Vorkrisenniveau. Das traditionell sehr starke Pfund befindet sich seit der Brexit-Entscheidung im Kursverfall. Gerade gegenüber dem Euro hat es beträchtlich an Wert eingebüßt. Zuletzt erreicht es einen so tiefen Wert wie zuletzt im März 2010. Zuvor war gerade die Inflationsrate von 2,6% bekanntgegeben worden.

    Der Wirtschaft konnte die schwache Währung bisher allerdings keine neuen Impulse geben, der Export wuchs nicht so kräftig wie in vorherigen Schwächephasen. Ein leichtes Wirtschaftswachstum war trotz Brexit-Ankündigung zu verzeichnen, aber das war zum Teil durch höheren Konsum zu erklären, der teilweise jedoch kreditfinanziert war.

    Im Außenhandel weist das Vereinigte Königreich seit Jahrzehnten ein Defizit auf. Die Überschüsse in der Dienstleistungsbilanz vermögen die Defizite des Güterhandels nicht auszugleichen. Letztes Jahr betrug das Defizit 226,37 Milliarden US-Dollar.

 

  • Australien ist zwar bezüglich der Währungsreserven von nicht ganz so hohem Gewicht, aber dafür ist das Währungspaar US-Dollar und Australischer Dollar das am vierthäufigsten gehandelte Währungspaar am Devisenmarkt. Mit gerade einmal 49,265 Milliarden Euro belegt es Platz 37 der Länder mit den höchsten Währungsreserven.

    Dafür hält das Land den Weltrekord für den längsten Zeitraum ohne Rezession. Seit über 26 Jahren wächst die Wirtschaft am Stück. Auf den Dienstleistungssektor entfallen 70% des BIP, darunter in Bildung und Finanzen, Tourismus, Immobilien oder Unternehmensdienstleistungen.

    Obwohl Landwirtschaft und Bergbau jeweils nur 2 und 6% des BIP ausmachen, sind sie zusammen für 70% des Exports verantwortlich. Die fallenden Rohstoffpreise haben in den letzten Jahren jedoch ihre Spuren hinterlassen, denn die Hauptexportprodukte des Landes sind Eisenerz, Kohle, Erdgas und Gold.

    Im dritten Quartal 2016 kam es daher zu einem unerwarteten Einbruch und es mehren sich die Zeichen, dass sich die Wirtschaft etwas abkühlen könnte. Bis Oktober 2017 soll so zum Beispiel die Autoproduktion gänzlich eingestellt werden. Das wird auch massive Folgen für die Zulieferbetriebe haben und die ohnehin sinkende Zahl an Beschäftigten im produzierenden Gewerbe wird noch weiter abnehmen.

    Mit dem Abbau von 40.000 Arbeitsplätzen wird gerechnet, die teilweise mit dem Aufbau einer führenden Rüstungsindustrie aufgefangen werden sollen. Um einer Aufwertung des AUD entgegenzuwirken, hat die Zentralbank Anfang August 2016 den Leitzins auf 1,5% und somit auf den tiefsten Stand überhaupt abgesenkt. Da sich die Rohstoffmärkte wieder erholt haben, ist jedoch mit einem weiteren Absenken des Zinses nicht zu rechnen.

 

  • Kanada ist die elftgrößte Volkswirtschaft der Erde, verfügt jedoch mit 83,13 Milliarden US-Dollar über keine hohen Währungsreserven. Das ist insofern ungewöhnlich, da alle Wirtschaftszweige stark vom Export, vor allem in die USA, abhängig sind.

    Als Land mit den drittgrößten Ölreserven der Welt wirken sich die niedrigen Öl- und Erdgaspreise auch hier negativ auf das Wirtschaftswachstum und den Staatshaushalt aus. In der wichtigsten Erdölprovinz Alberta ging in Folge des Ölpreisverfalls ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze verloren. Daneben verfügt Kanada jedoch auch über eine starke und auch zukunftsorientierte Wirtschaft.

    In der verarbeitenden Industrie sind die Zweige Automobilindustrie, Flugzeugbau, Holz- und Papierverarbeitung, chemische Industrie und auch Informations- und Kommunikationstechnologie zu erwähnen. Allerdings leidet Kanada unter einem Fachkräftemangel, was sich negativ auf den Industriestandort auswirkt. Ebenfalls wird die Wirtschaft durch teilweise bestehende Barrieren zwischen den Provinzen belastet.

    Beispielsweise werden provinzfremde Unternehmen im Bausektor benachteiligt oder es werden teilweise berufliche Abschlüsse nicht anerkannt. Obwohl Kanada eine Exportnation und an einer freien Wirtschaft interessiert ist, hat es sich gegenüber ausländischen Investitionen Einschränkungen in Schlüsselbereichen vorbehalten. In anderen Bereichen wirbt es dafür sehr um ausländische Finanzspritzen.

    Der größte Investor sind die USA. Die wichtigsten Exportgüter Kanadas sind wie bereits erwähnt Rohstoffe, metallurgische und chemische Erzeugnisse, Fahrzeug(teil)e, Maschinen sowie Fischerei- und Förstereierzeugnisse.

    Eingeführt wurden dagegen hauptsächlich Maschinen, Fahrzeuge und Verbrauchsgüter. Die Exporte gehen ebenfalls zu 80% an den Nachbarn im Süden. Die USA sind der wichtigste Handelspartner Kanadas. Dadurch begründet sich unter anderem die Stellung des Währungspaares CAD/USD am Devisenmarkt. Mit 5,6% Anteil am Handelsvolumen ist dies die am vierthäufigsten gehandelte Konstellation.

Infografik zu den weltweiten US-Dollar-Reserven

So sind die weltweiten US-Dollar-Reserven verteilt. Infografikquelle: eigene Darstellung

Fazit

Die einzelnen Volkswirtschaften haben durch ihre wirtschaftlichen Strukturen höchst unterschiedliche Wünsche und Erwartungen an die Wechselkurse. Dadurch müssen sie sich immer wieder neu gegeneinander ausrichten. Der Forex bietet eine mächtige Stellschraube in den Händen der Währungshüter, wie zum Beispiel Russland und China in der jüngeren Vergangenheit gezeigt haben.

Es lassen sich einigermaßen präzise Investorenströme und Exporterfolg über die Devisenkurse steuern. Nicht nur die eigenen Geschicke können die Staaten so lenken, durch die weltweite Verflechtung können sie auch am anderen Ende der Welt für Turbulenzen sorgen.

Es wird sich zeigen, ob die BRICS-Staaten auf absehbare Zeit an der globalen Vorherrschaft des US-Dollar rütteln können. Die Anzeichen dafür, dass sich etwas tut und nach Lösungen gesucht wird, nehmen zu. Auf lange Sicht sind viele Staaten nicht mehr dazu bereit, den USA ihr Leben oberhalb ihrer Verhältnisse zu finanzieren. So lange der Yuan aber nicht frei handelbar ist, fehlt es für die großen Investoren jedoch an sicheren Alternativen zum Dollar, um ihre Vermögen anzulegen.