Was muss ich alles beim Broker beachten?

Der Handel mit Währungen an der Börse ist nur über einen Broker möglich, denn er ist die Schnittstelle zwischen Ihnen, dem Privatanleger und dem Devisenmarkt. Daher ist es wichtig, dass Sie wissen, worauf man bei der Auswahl des Brokers achten sollte. Wer sich bereits mit der Suche nach einem Broker beschäftigt hat, wird erkannt haben, dass es aufgrund der Vielzahl an Anbietern schwierig ist, eine schnelle Wahl zu treffen.

Wir haben für Sie alle wichtigen Punkte eines Brokers zusammengestellt, wodurch Sie einfacher eine Entscheidung treffen können, welcher Broker für Ihre persönlichen Voraussetzungen der richtige Anbieter ist.

Zwei Männer sitzen an Laptop und diskutieren über Investments vor Trading-Software

Bild: Erfolgreich zu traden bedeutet auch, den richtigen Broker zu wählen. Bildquelle: Rawpixel.com – 488678506 / Shutterstock.com

Das Handelsangebot

Nicht jeder Broker hat das gleiche Angebot an handelbaren Assets, also Finanzprodukten, zur Verfügung. Als Einsteiger im Forex-Handel reichen die gängigen Währungspaare aus, aber eventuell möchten Sie in Zukunft auch „Exoten“ handeln. Des Weiteren bieten Broker nicht nur Devisen, sondern auch andere Produkte wie Aktien, CFDs oder binäre Optionen an. Wenn die Auswahl für Sie nicht zufriedenstellend ist, sollten Sie sich nach einer Alternative umsehen.

Infografik darüber, den besten Broker zu finden

Bild: Den besten Broker zu finden, kann so einfach sein. Bildquelle: forex.de

Die Seriosität und Sicherheit des Brokers

Da es um viel und vor allem um Ihr Geld geht, ist ein seriöser Broker selbstredend zwingend erforderlich. Zum einen sollten Sie sich anschauen, wie lange der Broker bereits am Markt tätig ist. Anbieter, die sich über viele Jahre am Markt etabliert haben, sind womöglich die bessere Wahl als neue Anbieter, die mit windigen Versprechungen locken.

Aber nicht das Gründungsdatum allein entscheidet über die Seriosität des Brokers. Die Regulierung durch eine Finanzaufsichtsbehörde verspricht ein Mindestmaß an Sicherheit, denn sie prüfen jährlich die Geschäftsmethoden und Bilanzen der Broker.

  • Für in Deutschland ansässige Broker ist die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) die zulässige Aufsichtsbehörde.
  • In Großbritannien übernimmt dies nicht mehr die FSA (Financial Services Authority), sondern die FCA (Financial Conduct Authority) und die PRA (Prudential Regulation Authority).
  • In den USA sind die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) und die NFA (National Futures Association) zuständig.
  • Viele der in Europa tätigen Broker haben ihren Sitz aus steuerlichen Gründen auch auf Zypern und werden dort durch die Cysec (Cyprus Securities and Exchange Commission) reguliert.

Wenn Ihr Broker von einer dieser Behörden beaufsichtigt wird, können Sie sich ob der Seriosität des Anbieters in der Regel sicher sein. Mit einem Broker, der durch die zypriotischen Behörden reguliert wird, ist ebenfalls ein gewisses Maß an Sicherheit garantiert, da man dort dem EU-Recht unterliegt.

Vollkommene Sicherheit ist durch eine Regulierung natürlich nicht gegeben, erhöht jedoch die Chancen im Falle einer Insolvenz des Brokers oder anderer Verfehlungen, an sein Geld zu kommen. Sie sollten je nach Regulierungsbehörde des Brokers ebenfalls die Höhe der Einlagensicherung in Erfahrung bringen. Im Insolvenzfall springt der Staat unter Umständen ein und ihr Geld ist in der Größenordnung von 20.000 bis 100.000 Euro abgesichert. Eine hundertprozentige Sicherheit für Ihr Kapital ist allerdings nur möglich, wenn der Broker eine Mitgliedschaft in einem Einlagensicherungsfonds aufweist.

Die verwendete Handelsplattform

Sehr wichtig ist auch die verwendete Trading-Oberfläche. Wenn Sie lieber an einem Browser arbeiten, suchen Sie sich einen Broker, der eine ausgereifte webbasierte Trading-Oberfläche anbietet. Da Sie mit den Charts und Ordereingaben der Handelsplattform die meiste Zeit des Tradens verbringen, ist dies unabdingbar. Auch darf es nicht ständig zu langen Ausführungszeiten seitens des Brokers kommen, da im Forex-Trading schon kurze Zeitspannen zwischen Erfolg und Misserfolg entscheiden können.

Wenn Sie hingegen spezielle Software wie den MetaTrader nutzen wollen, achten Sie auf die Unterstützung des Brokers für ebenjene Anwendung. Derartige Software weist in der Regel auch mehr Funktionen auf als eine Web-Oberfläche eines Brokers.

Darüber hinaus sollte der Broker ein Demo-Konto bereitstellen, auch wenn dies nicht zwingend erforderlich ist. Es hilft aber, die Funktionen der verwendeten Software zu verstehen und ermöglicht den risikolosen Test dieser Funktionen, aber auch von Strategien.

Wird Kundenservice großgeschrieben?

Es kann immer mal wieder vorkommen, dass man sich mit dem Kundenservice auseinandersetzen muss, weil es beispielsweise zu Problemen mit dem Kontozugriff oder Ein- und Auszahlungen kommt. In solchen Fällen ist es von Vorteil, wenn der Kundenservice schnell, freundlich und lösungsorientiert arbeitet.

Sie können natürlich im Vorfeld schwerlich überprüfen, wie sich der Kundenservice eines Brokers im Problemfall verhält. Jedoch kann man durch Erfahrungsberichte anderer eventuell etwas über den Service erfahren. Bereits vor oder während der Anmeldung können Sie mit dem Broker Kontakt aufnehmen, um dieses zu testen.

Außerdem können Sie an den Kontaktdaten erkennen, wie ein Broker zu erreichen ist. Gibt es neben der E-Mail-Unterstützung auch einen Live-Chat und eine Telefonnummer, die bestenfalls 24 Stunden am Tag den Kontakt zu einem fähigen Mitarbeiter gewährleistet, können Probleme meist deutlich schneller aus der Welt geräumt werden.

Zum Kundenservice gehört jedoch auch die Vermittlung von Wissen. Viele Broker bieten ihren Kunden mittlerweile ein Grundgerüst an Trading-Wissen an, beispielsweise über eine Akademie oder einen ausführlichen FAQ-Bereich. Wenn Sie noch keine ausführlichen Quellen zum Thema Forex-Trading haben, sollten Sie auf eine gute Ausstattung des Brokers auf diesem Gebiet achten.

Die Höhe der Gebühren

Natürlich sind die Gebühren, die der Broker für etwaige Leistungen erhebt, ein entscheidendes Kriterium, denn sie wirken sich schmälernd auf Ihre Gewinne aus. In der Regel verdienen die Forex-Broker nur durch den sogenannten Spread an Ihnen. Der Spread liegt bei den wichtigen Währungspaaren bei etwa drei bis fünf Pips, kann bei exotischen Währungspaaren aber auch auf zehn Pips ansteigen.

Da viele Broker mit einem variablen Spread arbeiten, ist hier oft nur ein Vergleich der „Gebührenspanne“ möglich. Ebenfalls gibt es das System von prozentualen Transaktionsgebühren mit einem kleineren und/oder fixen Spread. Welche Gebührenstruktur die bessere ist, hängt vom Broker und vom Trading-Verhalten des Nutzers ab.

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es eine Reihe von Punkten, die man bei der Auswahl des Brokers beachten muss. Lassen Sie sich Zeit bei Ihrer Entscheidung und testen Sie, wenn möglich, verschiedene Broker über ein Demokonto, damit Sie die Vor- und Nachteile selbst erleben können. Doch bevor man sich Gedanken über einen passenden Broker macht, sollte man die wichtigsten Begriffe beim Traden kennen.