Devisenmarkt

Wie der Name schon verrät ist der Devisenmarkt der Markt an dem mit Devisen gehandelt werden. Er ist der größte und liquideste Finanzmarkt und es werden täglich mit mehr als 5 Billionen US-Dollar gehandelt. Jedoch ist dieser Handel nicht an Börsen oder räumliche Gegebenheiten gebunden. Der Handel findet direkt zwischen den Marktteilnehmer statt, was in der Fachsprache als Over-The-Counter (OTC) bezeichnet wird. Sie können beinahe jeden Tag am Devisenmarkt handeln. Der Devisenmarkt hat von Sonntagabend 22:00 Uhr unserer Zeit (MEZ) bis hin zum Freitagabend 23:00 Uhr geöffnet. Dass der Handel an den Wochenenden nicht funktioniert hat einen einfachen Grund. Da an diesen Wochentagen die Banken und Unternehmen nicht arbeiten und nichts kaufen, kann auch der Devisenhandel nicht stattfinden. Denn der Großteil der Devisen wird durch diese Marktteilnehmer gehandelt. Deshalb kann der Markt außerhalb deren Arbeitszeiten nicht funktionieren.

Teilnehmer am Devisenmarkt

Am Devisenmarkt gibt es Teilnehmer die rein spekulativ handeln, einige die sich gegen Währungskursverluste absichern möchten und andere, welche durch ihre Handlungen den Devisenmarkt beeinflussen. Wie bereits gesagt findet der Devisenhandel nicht an einem bestimmten Ort, sondern over-the-counter (OTC) stattfindet. Das Tradingnetzwerk, dass diesem Handel zu grunde liegt nennt man Interbankenmarkt. Der Interbankenmarkt besteht dabei aus folgenden Akteuren:

  • Banken
  • Zentralbanken
  • Unternehmen
  • Spekulanten
  • Online-Retail-Broker

Price Taker und Price Maker

Dabei wird unterschieden zwischen dem Price Taker und dem Price Maker. Als Price Taker werden Marktteilnehmer bezeichnet, welche die Marktpreise als gegeben hinnehmen müssen. Dabei können Price Taker, auch wenn sie es möchten, keinen Einfluss auf den Preis nehmen. Hingegen haben Price Maker entweder durch die Macht Zinsniveaus zu steuern oder besitzen genügend Markteinfluss, um den Preis beeinflussen zu können. Daher werden Price Maker auch als Market Maker bezeichnet.

Banken

Banken sind die größten Player auf dem Interbankenmarkt. Alleine die 10 größten Banken bewegen dabei mehr als 70 % der täglich gehandelten Devisen. Dadurch sind sie eindeutig zu den Price Maker bzw. den Market Makern zuzurechnen. Wer soviel Kapital bewegt nimmt eindeutig Einfluss auf die Währungskurse.

Zentralbanken

Zentralbanken, oder auch Notenbanken, ist für die Währungspolitik eines Staates zuständig. Außerdem werden Sie als Bank der Banken bezeichnet, da sich diese bei der Zentralbank refinanzieren können.
Zentralbanken treten nicht als Spekulanten auf dem Devisenmarkt auf. Jedoch beeinflussen sie diesen aufgrund Ihrer geldpolitischen Entscheidungen massiv. Ihre Macht ist dabei so groß, dass alleine die Ankündigung von diversen Entscheidungen Einfluss auf die Währungskurse haben kann.

Unternehmen

Die meisten Unternehmen handeln am Devisenmarkt um sich gegen Währungsverluste bei ihren Geschäften abzusichern. Dies bedeutet, dass Unternehmen keine Spekulanten am Währungsmarkt sind. Dies kann man anhand eines Beispiels ganz einfach erklären.

Dabei nehmen wir an, dass ein österreichischer Windradproduzent 10 Windräder für einen englischen Stromanbieter produzieren soll. Dabei beläuft sich die Rechnung für diesen Auftrag auf 10 Mio. Euro. Da wir am Tag des Vertragsabschlusses einen EUR/GBP Kurs von 0,9 annehmen, beläuft sich die Rechnung auf 9 Mio. Britische Pfund (10 x 0,9). Da sich die Produktionskosten auf 9 Mio. Euro belaufen, macht der österreichische Produzent einen Gewinn von 1 Mio. Euro. Da die Produktion insgesamt 9 Monate dauert und auch dann erst die Rechnung beglichen wird, möchte sich das österreichische Unternehmen gegen mögliche Währungskursverluste absichern. Jetzt kaufen Sie auf dem Devisenmarkt insgesamt um 10 Mio Euro 9 Millionen Britische Pfund.

Am Tag der Lieferung und der Begleichung der Rechnung steht der EUR/GBP Kurs bei beispielsweise 0,95. Dies bedeutet, der Pfund ist gegenüber dem Euro stärker geworden. Die Lieferung wird ausgeführt und der britische Stromanbieter überweist dem Lieferanten 9 Mio Britische Pfund. Hätte der Windradproduzent keine britischen Pfund gekauft, hätte er heute Einnahmen in Höhe von lediglich 9,47 Mio Euro (9 / 0,95 = 9,47). Dadurch hätte er einen Verlust durch die Währungskursschwankungen von 0,53 Mio. Euro (10 – 9,47 = 0,53) gemacht.

Jedoch hat sich der kluge Unternehmer gegen diesen Kurseinbruch abgesichert. Dabei hat er 10 Mio Euro gegen den Britischen Pfund gekauft. Da sich der der Kurs des Britischen Pfund um 5,3 Prozent gegenüber dem Euro verschlechtert hat, hat der österreichische Unternehmer damit seinen Währungskursverlust ausgeglichen. Da er gegen den Britischen Pfund gesetzt hat, erzielt er einen Gewinn von 0,53 Mio Euro (10 x 5,3 % = 0,53). Daher ist es für den österreichischen Windradproduzenten durch die Kursschwankungen zu einem Nullsummenspiel gekommen.

Spekulanten

Natürlich gibt es auch auf dem Devisenmarkt, wie bei so vielen anderen Märkten, Spekulanten. Diese versuchen Kursschwankungen zu Ihrem Vorteil auszunutzen und dadurch Geld zu verdienen. Dabei zählen zu den großen Spekulanten auf dem Devisenmarkt Vermögensverwalter und Hedgefonds. Diese handeln im Namen ihrer Klienten und haben das Ziel, einen möglichst hohen Profit für diese rauszuholen.

Retail-Broker

Retail-Broker sind Forex Broker, welche ihre Kurse selbst festlegen. Das bedeutet nicht, dass sie irgendwelche Nummern aus einem Hut ziehen und diese als Kurs annehmen. Bei den Kursangaben orientieren sich die Retail-Broker schon am gegenwärtigen Währungskurs des Devisenmarktes. Jedoch besteht der Unterschiedbetrag anhand des Spreads, welcher als eine Art Bezahlung für Trades beim Retail-Broker dient.

Natürlich arbeiten diese Broker nicht ohne eine gewisse Absicherung. Auf dem sogenannten Dealing-Desk werden die Trades der Klienten durchgeführt und simultan ein Gegengeschäft auf dem “realen” Markt, dem Interbankenmarkt, eröffnet. Daher kann man sagen, dass der Retail-Broker gegen seine Klienten wettet. Wenn diese Gewinne macht, dann verliert der Broker und er gewinnt schlussendlich, wenn seine Klienten Verluste einfahren. Da die Retail-Broker Ihre Kurse selbst festzulegen, passen sie diese natürlich an, sollten die Klienten zu hohe Gewinne einfahren.

Durch diese Art Wette gegen den Klienten, ermöglichen Sie jenen erst den Trade. Deshalb sind auch Retail-Broker als Market Maker anzusehen.