Den richtigen Forex Broker finden

Das Trading mit Devisen an der Börse ist nur über einen Forex Broker möglich. Er ist die Schnittstelle zwischen Ihnen – dem privaten Trader – und dem Devisenmarkt. Bei der Vielzahl der Anbieter kann die Auswahl des richtigen Brokers vor allem für Anfänger zu einer Herausforderung werden. Umso wichtiger ist es zu wissen, was bei einem Forex Broker Vergleich unbedingt beachtet werden sollte. 

Die nachfolgenden Punkte helfen Ihnen dabei den besten Broker für Ihre individuellen Trading-Bedürfnisse sowie Ihre Strategie zu finden.

Zwei Männer sitzen an Laptop und diskutieren über Investments vor Trading-Software

Bild: Erfolgreich zu traden bedeutet auch, den richtigen Broker zu wählen. Bildquelle: Rawpixel.com – 488678506 / Shutterstock.com

Handelsangebot

Ein guter Forex Broker zeichnet sich durch eine stattliche Auswahl an handelbaren Assets aus. Als Faustregel gilt, dass er 50 oder mehr Devisenpaare im Angebot haben sollte, mitunter:

Hauptwährungspaare bzw. Majors

Bei sogenannten Majors steht auf einer Seite stets der US-Dollar – entweder als Handels- oder Preiswährung. Wie der Name bereits nahelegt, sind sie die am häufigsten getradeten Paare am Forex Markt. Für gewöhnlich haben die Hauptwährungen den niedrigsten Spread sowie die größte Liquidität. Das am meisten getradete Paar ist USD/EUR mit einem täglichen Handelsvolumen von 30 % des gesamten Devisenmarktes.

Nebenwährungspaare bzw. Minors

Währungspaare, die den US-Dollar nicht enthalten, bezeichnet man als Minors. Sie werden von den drei wichtigsten Währungen neben dem US-Dollar abgeleitet: Britisches Pfund, Euro und Yen.

Exoten

Exotische Währungspaare setzen sich aus einer Hauptwährung und einer weiteren Währung einer aufstrebenden bzw. starken kleineren Volkswirtschaft wie Singapur, Hongkong oder eines europäischen Landes außerhalb des Euroraums zusammen.  

Da diesen Märkten Liquidität fehlt, sind die Handelskosten bei den exotischen Währungspaaren oft höher. Deshalb werden sie auch seltener getradet als die Haupt- und Nebenwährungspaare. Trotzdem sind sie als Instrument unabdingbar, wenn beispielsweise in den Majors und Minors wenig Bewegung ist und im selben Moment gerade bei den Exoten die Volatilität sehr hoch ist.

Forex Handel mit Hebel

Beim Handel mit Devisen spielt der Hebel eine wesentliche Rolle. Hierbei wird Ihnen vom Makler zusätzliches Kapital bereitgestellt, welches Sie in den Handel investieren können. Bei einem Hebel von 1:50 investieren Sie bei einem Dollar eigenem Einsatz zusätzliche 50 Dollar Kapital. Damit steigt Ihre Chance auf höhere Gewinne, zugleich aber auch das Risiko, falls Sie einen Verlust erzielen. Bei einigen Maklern liegt der Hebel im Maximum bei 1:50. Andere Forex Makler wiederum bieten deutlich höhere Hebel an: Bei Markets.com erwartet Sie ein Hebel von 1:200, bei ETX Capital kann ein Hebel von 1:400 für den Forex Handel in Anspruch genommen werden. Beim Anbieter XM.com kann der höchste Hebel im europäischen Raum genutzt werden – er liegt bei einem Maximum von 1:888.

Zusätzlich: Aktien, CFDs und Optionen

Natürlich sind die angebotenen Assets eines guten Forex Brokers nicht nur auf Devisen beschränkt. Zu den populären Anlageinstrumenten gehören außerdem Aktien – der Klassiker unter den Handelsgeschäften –, Forex CFDs bzw. Differenzkontrakte sowie Optionen. Für welche Handelsform Sie sich letztendlich entscheiden, obliegt ganz und gar Ihrer individuellen Wahl: Hätten Sie lieber geringere Renditen und höhere Sicherheit, oder gehören Sie zu den Tradern, die höhere Renditen bevorzugen, dafür aber auch ein höheres Risiko in Kauf nehmen?

Infografik darüber, den besten Broker zu finden

Bild: Den besten Forex Broker zu finden, kann so einfach sein. Bildquelle: forex.de

Seriosität und Sicherheit des Forex Brokers

Da es um viel und vor allem um Ihr Geld geht, ist ein seriöser Forex Broker selbstredend zwingend erforderlich. Recherchieren Sie vorerst, wie lange der Forex Broker bereits am Markt tätig ist. Anbieter, die sich über viele Jahre am Markt etabliert haben, sind womöglich die bessere Wahl als neue Anbieter, die mit windigen Versprechungen locken.

Doch nicht nur das Gründungsdatum entscheidet über die Seriosität des Forex Brokers. Die Regulierung durch eine Finanzaufsichtsbehörde verspricht ein Mindestmaß an Sicherheit, denn die Behörden prüfen jährlich die Geschäftsmethoden und Bilanzen der Forex Broker:

  • Für in Deutschland ansässige Forex-Makler ist die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) die zulässige Aufsichtsbehörde.
  • In Großbritannien sind die FCA (Financial Conduct Authority) sowie die PRA (Prudential Regulation Authority) zuständig.
  • In den USA sind die Kontrollinstanzen die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) und die NFA (National Futures Association).
  • Viele der in Europa tätigen Forex-Makler haben ihren Sitz aus steuerlichen Gründen auf Zypern und werden dort durch die CySec (Cyprus Securities and Exchange Commission) reguliert.

Wenn Ihr Forex Broker von einer dieser Behörden beaufsichtigt wird, können Sie sich ob der Seriosität des Anbieters in der Regel sicher sein. Mit einem Makler, der durch die zypriotischen Behörden reguliert wird, ist ebenfalls ein gewisses Maß an Sicherheit garantiert, da man dort dem EU-Recht unterliegt. Vollkommene Sicherheit ist durch eine Regulierung zwar nicht gegeben, aber zumindest erhöht das Ihre Chancen im Falle einer Insolvenz des Forex-Maklers oder anderer Verfehlungen, an Ihr Geld zu kommen.

Neben der Regulierungsbehörde des Brokers sollten Sie ebenso die Höhe der Einlagensicherung in Erfahrung bringen. Im Insolvenzfall springt der Staat unter Umständen ein und Ihr Geld ist in der Größenordnung von EUR 20.000 bis 100.000 abgesichert. Eine hundertprozentige Sicherheit für Ihr Kapital ist nur dann möglich, wenn der Broker eine Mitgliedschaft in einem Einlagensicherungsfonds aufweist.

Trading-Plattform

Signifikant ist auch die verwendete Trading-Oberfläche. Wenn Sie lieber an einem Browser arbeiten, suchen Sie sich einen Anbieter, der eine ausgereifte webbasierte Forex Trading-Oberfläche zur Verfügung stellt. Da Sie mit den Charts und Ordereingaben der Handelsplattform die meiste Zeit des Tradens verbringen, ist dies unabdingbar. Auch darf es nicht zu langen Ausführungszeiten seitens des Brokers kommen, da im Devisenhandel schon kurze Zeitspannen zwischen Erfolg und Misserfolg entscheiden können.

Es stehen Ihnen aber auch spezielle Softwares zur Auswahl, die meistens mehr Funktionen als eine Web-Oberfläche des Brokers aufweisen. Informieren Sie sich allerdings vorab, ob Ihr Broker jene Anwendung unterstützt. Das im Online Trading international agierende Brokerhaus GKFX beispielsweise, stellt Forex Tradern eine Palette an technologisch führenden Handelsplattformen zur Verfügung. Diese bieten Ihnen sowohl Flexibilität als auch Mobilität unabhängig davon, ob sie vom Desktop, Web, Mobile oder Tablet aus handeln.

Die wohl weltweit bekannteste sowie intuitivste Forex Trading-Plattform ist der MetaTrader 4 (MT4), welche es als MetaTrader 4 Web ebenso für alle gängigen Betriebssysteme und Browser gibt. Eine weitere webbasierte Handelslösung ist SIRIX Web, mit der Sie von dort aus traden können, wo Sie sich gerade befinden. Falls Sie gleich mehrere MT4-Konten gleichzeitig verwalten möchten, empfiehlt sich die Forex Trading-Plattform Multi Terminal.

Mit den soeben genannten Handelsplattformen stehen Ihnen interaktives ChartingEchtzeit-Kurse oder etwa eine große Auswahl an Werkzeugen für die technische Analyse zur Verfügung. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit automatisiert zu handeln oder Copy und Social Trading zu betreiben.

Kostenloses Demokonto

Glücklicherweise bieten mittlerweile die meisten Forex Broker ihren Kunden ein kostenfreies Demokonto an. Schauen Sie sich demnach beim Forex Broker Vergleich genau die Bedingungen dafür an. Idealerweise sollten Sie Zugang zu einem unbegrenzten Forex Demokonto bekommen, welches Sie als Trader ohne zeitliche Begrenzung nutzen können.

Ein Demokonto ist sowohl für Trader, die vorhaben in den Devisenhandel einzusteigen, wie auch für Fortgeschrittene vom großen Vorteil. Anfänger haben hier die Möglichkeit erste Schritte auf dem Handelsparkett zu wagen, die Zusammenhänge im Handel zu erfassen oder die Prinzipien des Risikomanagements zu begreifen. Neukunden können auf diese Weise die hauseigene Handelsplattform kennenlernen. Denn je nach Handelsplattform sind Orderarten, Indikatoren sowie Chart-Formationen unterschiedlich und man muss als Trader imstande sein sie schnell anzuwenden. Broker wie Lynx oder Interactive Brokers bieten ihren Kunden überdies Schulungen auf dem Demokonto an.

Nicht zuletzt nutzen auch erfahrene Trader unbegrenzte Demokonten, um ohne Risiko neue Strategien zu entwickeln und zu testen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Demokonto einen RealTime-Chart (Live-Konto!) besitzt – zumindest aber sollten vergangenheitsbezogene Daten verfügbar sein.

Kundenbetreuung

Es kann ab und an vorkommen, dass man sich mit der Kundenbetreuung auseinandersetzen muss, weil es zum Beispiel zu Problemen mit dem Kontozugriff oder Ein- und Auszahlungen kommt. In solchen Fällen ist es von Vorteil, wenn der Kundendienst schnell, freundlich und lösungsorientiert arbeitet. Da Sie im Vorfeld schwerlich überprüfen können, wie sich die Kundenbetreuung im Problemfall verhält, können Sie die Erfahrungen anderer Trader zu Rate ziehen. Einen ersten Einblick ins Service gibt Ihnen jedoch auch die Kontaktaufnahme mit dem Währungsmakler vor oder während der Anmeldung.

Achten Sie ebenfalls auf die Kontaktdaten, unter denen der Makler zu erreichen ist: Gibt es neben dem E-Mail-Support auch einen Live-Chat und eine Telefonnummer, die bestenfalls 24 Stunden am Tag den Kontakt zu einem kompetenten Mitarbeiter gewährleistet?

Zum einem guten Service gehört jedoch auch die Vermittlung von Wissen. Viele Forex Broker bieten ihren Kunden ein Grundgerüst an Trading-Wissen an, beispielsweise über eine Akademie oder einen ausführlichen FAQ-Bereich.

Forex Kosten: Spreads und Gebühren

Wie viel der Forex Handel Sie letztendlich kostet, hängt vom Anbieter sowie dessen Marktmodell ab. Prinzipiell gibt es im Forex Handel zwei Arten von Handelsgebühren: Spreads und Kommissionen.

Die Spreads ergeben sich aus der Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs und werden in Pips, der Einheit beim Devisenhandel, ausgedrückt. Pip ist die Abkürzung für percentage in point bzw. price interest point. Es handelt sich hierbei um die kleinstmögliche Preisänderung eines Währungspaares. Wenn bei den großen Währungen – zum Beispiel dem US-Dollar – der Kurs von USD 1,2987 auf 1,2986 sinkt, dann würde man von einer Veränderung um einen Pip sprechen. Manchmal werden Währungen nur mit drei Nachkommastellen notiert. Auch in diesem Fall würde die Veränderung der dritten Nachkommastelle um eine Einheit einem Pip entsprechen.

Ferner können Spreads fix oder variabel sein. Wenn sie variabel sind, sind sie generell umso niedriger je liquider der zugrundeliegende Markt ist.

Kommissionen hingegen sind Forex Trading-Kosten, die im Vorfeld festgelegt werden und sich nach dem getradeten Volumen richten.

Zusätzlich können je nach Anbieter weitere Gebühren anfallen: z.B. für die Nutzung einer Forex Trading-Software, die Bereitstellung von Realtime-Kursen oder Zusatzfunktionen einer Forex Trading-Anwendung, gelegentlich auch für die Nutzung eines Wertpapierdepots. Manche Forex Broker berechnen sogar Kosten für Ein- und Auszahlungen oder etwa für Anrufe beim Kundensupport.

Forex Kosten: Market Maker, STP und ECN Broker

Es gibt drei unterschiedliche Kategorien von Forex Brokern, zwischen denen bisweilen große Unterschiede bestehen – nicht nur in der Weise, wie sie agieren sondern auch, was die Berechnung für die eigenen Leistungen betrifft. Bevor Sie sich also für einen bestimmten Broker entscheiden, sollten Sie sich über die jeweiligen Differenzen im Klaren sein, denn nicht jeder dieser Typen ist für Anfänger geeignet. Die nachstehend genannten Broker-Typen werden nochmals in Dealing Desk (DD) Broker sowie Non-Dealing Desk (NDD) Broker unterteilt.

Market Maker (DD)

Dieser Maklertyp stellt Kurse für ein Währungspaar bereit und simuliert damit einen Markt. Dabei erfüllt er drei Aufgaben: Zum ersten stellt er die Angebots- und Nachfragekurse für bestimmte Währungspaare seinen Tradern zur Verfügung; zum zweiten geht er die Verpflichtung ein, in einem vordefinierten Rahmen Deals zu den von ihm bereitgestellten Kursen einzugehen; und nicht zuletzt, trägt er das initiale Risiko der jeweiligen Position in seiner Buchführung.

Seinen Profit generiert der Market Maker aus dem Spread zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs. Vereinfacht gesagt, bedeutet dies: Der Verlust des Traders bei einer Transaktion ist der Gewinn dieses Forex Brokers. Aus diesem Grund ist das Image des Market Makers eher negativ behaftet, weil hier schnell der Eindruck entstehen kann, er lege die Kurse zu Ungunsten seiner Trader aus. Da der Market Maker aber die Kurse in beide Richtungen bereitstellt, würde er durch die Beeinflussung eines Kurses gleichzeitig seine eigene Position untergraben. Es ist also auch zu seinem Vorteil, wenn der Kurs in beide Richtungen funktioniert.

Diese Art des Anbieters kann für Anfänger sowie Trader mit einem kleinen Handelsvolumen durchaus die richtige Wahl sein.

STP Broker (NDD)

STP steht für Straight Through Processing, was ins Deutsche übersetzt „sofortige Durchleitung“ bedeutet. Das ist auch das kennzeichnende Charakteristikum dieses Brokers: Er leitet Ihre Aufträge direkt an den Markt weiter– genauer gesagt, an einen Banken- bzw. Liquiditätspool und vermeidet dadurch Interessenkonflikte. Im Idealfall werben mehrere Banken um die Orders, wonach der beste verfügbare Preis zur Ausführung kommt.

Dieser Brokertyp berechnet sowohl Spreads als auch Kommissionen. In den meisten Fällen sind die Spreads variabel und von der Liquidität des jeweiligen Marktes abhängig. Auch wenn die fixen Spreads auf den ersten Blick günstiger erscheinen, so sind auf Dauer gerechnet die Spreads plus Kommissionen der NDD Broker wesentlich lukrativer. Die Berechnung der Kommissionen erfolgt pro Order bzw. getradetem Lot. Sie sind prinzipiell so niedrig, dass sie nur bei einem sehr geringen Handelsvolumen ins Gewicht fallen.

Auch der STP Makler eröffnet seinen Kunden die Möglichkeit schon mit einem sehr geringen Budget in den Forex Handel einzusteigen.

ECN Broker (NDD)

Ein Großteil der Forex-Anbieter ist in diesem Spektrum des Devisenhandels anzutreffen. Der primäre Grund dafür liegt in der Volatilität des globalen Forex Marktes bzw. seiner Anfälligkeit für die Schwankungen der Forex-Kurse. Eine dementsprechend wichtige Rolle nimmt auch eine rasche Abwicklung ein. Diese wiederum ist dann am besten umsetzbar, wenn es keinen Vermittler gibt.

Diese Voraussetzung wird vom Handelssystem des ECN Brokers erfüllt. Denn ECN steht für Electronic Communications Network, ein spezielles Netzwerk, welches Tradern die unmittelbare, wechselseitige Kommunikation und Partizipation am Handel ermöglicht. Die Trader entscheiden direkt über Käufe sowie Verkäufe und steuern mit ihrer Nachfrage die Kurse.

Des Weiteren punkten diese Anbieter in der Regel mit Anleger-freundlichen Spreads, was hauptsächlich dem schnellen Kursabgleich mit anderen Anbietern innerhalb des Networks zu verdanken ist. Aufgrund der zügigen Stellung der Kurse können Trader rasch reagieren und ihre Aufträge ausführen.

Im Gegensatz zu den Market Makern, handelt dieser Maklertyp niemals gegen die Kundschaft. Man widmet sich einzig und allein dem Sortieren der Aufträge der Trader, die über eigene Systeme mit Devisen handeln.

Da sich die geltenden Spreads üblicherweise auf sehr geringem Niveau bewegen, erfolgt die Abrechnung bei ECN Brokern in Form von Fixkosten und Gebühren. Somit sind für beide Seiten faire Konditionen sichergestellt.

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es eine Reihe von Aspekten, die man beim Forex Broker Vergleich bedenken sollte. Lassen Sie sich Zeit bei Ihrer Entscheidung und testen Sie vorerst verschiedene Anbieter über ein Demokonto, damit Sie die Vor- und Nachteile selbst erleben können. Doch bevor Sie dies tun, machen Sie sich erst einmal mit den wichtigsten Begriffen beim Traden vertraut.