Forex-Wiki: die wichtigsten Begriffe im Forex-Trading

Wenn man sich mit Forex-Trading beschäftigt, bekommt man des Öfteren Fachbegriffe zu Gesicht, die nicht ohne weitere Definition verständlich sind. Für diesen Fall haben wir Ihnen einen Ratgeber erstellt, der sich mit den wichtigsten Begriffen rund um das Thema Forex-Trading beschäftigt. Wenn Ihnen ein Begriff nicht geläufig ist, können Sie einfach hier nachschlagen und haben alles auf einen Blick parat.

 

Lupe untersucht Chart; darüber Forex-Trading

Nur derjenige, der die wichtigsten Begriffe beim Forex-Trading kennt, kann langfristig erfolgreich Geld verdienen.

 

Ask und Bid

Der Broker stellt mit dem Ask- und dem Bid-Kurs zwei Preise für ein Währungspaar dar. Der Ask-Kurs ist der Verkaufskurs und somit der Preis, den ein Trader erzielen will, wenn er seine Währung verkauft. Dies ist also der bestmögliche Preis, zu dem Sie aktuell eine Währung kaufen können. Der Ask-Preis wird auch als Briefkurs, Buy Price oder Offer Price bezeichnet.

Der Bid-Kurs ist das Gegenstück zum Ask-Kurs und beschreibt den Preis, den Sie für den Verkauf einer Währung erzielen können. Der Bid-Kurs wird auch als Geldkurs oder Sell Price bezeichnet und ist immer niedriger als der Ask-Kurs.

Spread

Als Spread bezeichnet man die Differenz zwischen Ask- und Bid-Kurs. Bei einem Währungshandel erhält der Broker diese Differenz als Entlohnung für seine Arbeit. Der Käufer zahlt den Ask-Kurs, der Verkäufer erhält den Bid-Kurs und der Broker begnügt sich mit dem Spread. Der Spread wird grundsätzlich in Pips angegeben. Nicht alle Broker arbeiten mit einem fixen Spread, da dieser auch von der Liquidität des Marktes abhängt.

Pips

Die kleinste gemessene Änderung des Kurses von einem Währungspaar wird in Pips dargestellt. Pip ist die Abkürzung für percentage in point. In der Regel handelt es sich um die vierte Nachkommastelle des Kurses. Kauft man zum Beispiel EUR/USD für 1,1101 $ und verkauft für 1,1105, hat man bei diesem Trade 4 Pips Gewinn erzielt. Bei Währungspaaren mit dem Japanischen Yen (JPY) wird übrigens bereits die zweite Nachkommastelle als Pip bezeichnet, weil der Yen im Vergleich zu anderen Währungen wenig wert ist.

Lot

Das Handelsvolumen beim Forex-Handel wird in Lot angegeben. Ein Standard-Lot sind dabei 100.000 Einheiten einer Währung. In der Vergangenheit war es nur möglich, Währungen in Standard-Lots zu handeln. Mittlerweile haben die Broker das Volumen durch Mini-, Micro- sowie Nano-Lots erweitert. Diese haben ein Volumen von 10.000, 1.000 sowie 100 Einheiten der Währung. Das große Volumen ist beim Währungshandel aufgrund der geringen Kursänderungen um nur wenige Pips notwendig. Wer am Anfang Vorsicht walten lassen will, nutzt die kleinen Handelsvolumina.

Hebel

Die Hebelwirkung ist im Devisenhandel sehr wichtig, da sonst die Gewinne sehr gering wären. Bei einem Hebel von 100:1 muss der Trader nur ein Prozent der eigentlichen Handelssumme zur Deckung der Verluste bereitstellen. Den restlichen Betrag übernimmt der Broker. Der Trader hat nur eine Sicherheitsleistung zu hinterlegen, die sogenannte Margin. Diese ist je nach Größe des Hebels unterschiedlich hoch. Die gängigen Hebel, mit denen Broker arbeiten, gehen bis zu 400:1.

Dabei ist es aber wichtig zu verstehen, dass nicht nur die Gewinne, sondern auch die Verluste durch die Hebelwirkung stark vergrößert werden. Bei kleinen Kursveränderungen hat dies in der Regel nur kleine Verluste zur Folge, bei großen Kurssprüngen hingegen können die Verluste stark anwachsen.

Handelt man hingegen ohne Hebel, liegen die Gewinne oder Verluste im Cent-Bereich, da bereits eine Kursveränderung von einigen wenigen Pips Kauf- und Verkaufsentscheidungen hervorruft. Der Hebel wird im Englischen als Leverage bezeichnet.

Margin

Die Margin ist die zu erbringende Sicherheit für einen Trade und daher quasi der Einsatz, den man für einen Trade benötigt. Die Margin ergibt sich aus dem Hebel und umgekehrt. Liegt der Hebel bei 100:1, beträgt die Margin 1 Prozent, d.h. man muss beim Abschluss des Handels 1 Prozent des Handelsvolumens über das Trading-Konto abdecken. Entsprechend liegt die Margin bei 5 Prozent, wenn der Hebel 20:1 ist, und bei 0,5 Prozent, wenn der Hebel 200:1 ist.

Margin Call

Sind offene Positionen auf dem Konto des Traders vorhanden und es entsteht ein Verlust, der auch die Margin erschöpft hat, kann der Broker den Margin Call ausrufen. Der Trader muss daraufhin sein Guthaben wieder aufstocken, ansonsten werden die Positionen geschlossen und etwaige Gewinne können nicht mehr generiert werden.

Market Order (Market Execution)

Führt man eine Transaktion als Market Order aus, wird diese sofort zum Bid- oder Ask-Kurs ausgeführt. Es bestehen keine Beschränkungen hinsichtlich der Kurse, so dass immer der aktuelle Kurs die Grundlage bietet. Im Vergleich zur Limit Order ist dies mit einem Nachteil verbunden: Kommt es während der Eingabe zu einer kurzfristigen Wende in der Kursentwicklung, können Trades, die eben noch lukrativ waren, zu Verlusten führen. Eine Limit Order ist also die sichere Variante.

Limit Order (Pending Order)

Bei der Limit Order wird eine Transaktion erst ausgeführt, wenn beim Kauf eine bestimmte Obergrenze unterschritten bzw. beim Verkauf eine bestimmte Untergrenze überschritten wurde. Diese Grenzen müssen bei der Abgabe der Order genauso wie der Zeitraum, in dem die Order ausgeführt werden soll, angegeben werden.

Buy Limit Order

Eine Buy Limit Order führt einen Kauf aus, wenn der Kurs unterhalb des ausgewählten Höchstkurses liegt. Man wartet somit auf einen besseren als den aktuellen Marktpreis, muss dafür aber nicht zwingend den Kursverlauf jede Sekunde im Auge behalten. Die Order wird bei Erreichen des Limits automatisch ausgeführt. Eine Buy Limit Order eignet sich vor allem für den Kauf an Unterstützungen.

Sell Limit Order

Die Sell Limit Order (short) ist das Gegenstück zur Buy Limit Order (long). Sie wird ausgelöst, wenn der Kursverlauf einen voreingestellten Preis überschreitet. Eine Sell Limit Order eignet sich vor allem für den Verkauf an Widerständen.

Buy Stop Order

Bei der Buy Stop Order geht man wieder von steigenden Kursen aus, wartet aber noch mit dem Einstieg. Es wird ein bestimmtes Kursniveau oberhalb des aktuellen Kurses gewählt. Wird dieses Niveau erreicht, wird die Order ausgeführt und man geht long. Diese Art der Order wird von Tradern aber relativ selten verwendet.

Sell Stop Order

Mit der Sell Stop Order legt man ein Kursniveau fest, das unter dem aktuellen Marktpreis liegt. Wird dieses Niveau erreicht, wird die Order ausgeführt und man geht short. Diese Order-Art wird genutzt, wenn man mit weiterhin sinkenden Kursen rechnet, sobald eine Währung auf einen bestimmten Kurs gefallen ist.

Stop Loss

Mit einem Stop Loss wird ein Kurslimit festgelegt, bei dem eine offene Position automatisch geschlossen wird. Somit dient der Stop Loss der Absicherung gegen höhere Verluste. Bereits während der Abgabe der Order kann man zu jeder Position einen Stop Loss setzen.

Kommt es zu starken Kursveränderungen in kurzer Zeit, kann die Ausführung der Order auch zu einem anderen Kurs als der vorher bestimmten geschehen. Das liegt daran, dass die Order mit dem nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt wird. Bewegt sich der Markt sehr schnell, man spricht in so einem Fall auch von „durchschießen“, kann es sein, dass der nächste verfügbare Kurs schlechter ist als der eigentliche Stop Loss. Auch über das Wochenende offene Positionen haben dadurch ein erhöhtes Risiko.

Trailing Stop

Ein Verfahren zur Risikobegrenzung ist das Setzen eines Stop Loss. Entwickelt sich der Kurs wie gewünscht, ist es üblich, den Stop Loss auf den Break-Even-Point zu verschieben, so dass man den Trade zumindest ohne Verlust beendet. Mit einem Trailing Stop kann man dieses Verfahren automatisieren. Die Stop Loss Order wird dann erstellt, wenn der Gewinn gleich oder höher ist als der eingestellte Wert. Dabei „verfolgt“ das neue Stop-Loss-Niveau den Preis, so dass man eine lukrativere Art der Absicherung erhält.

Take Profit

Take Profit ist der Gegenpart zum Stop Loss und er ermöglicht die Gewinnmitnahme, wenn ein vorher definiertes Kursziel erreicht wird. Sobald der Kurs den Take-Profit-Wert erreicht, wird die Position automatisch geschlossen. Den Take-Profit-Wert kann man bereits während der Order einstellen.

Iceberg Order

Bei einer Iceberg Order ist das tatsächliche Volumen vor den anderen Marktteilnehmern verborgen. Nur ein kleiner Teil, die Spitze des Eisbergs, ist davon ersichtlich. Grundsätzlich institutionelle Anleger wie Banken und Versicherungen nutzen Iceberg Orders, um die Gefahr starker Kursbewegungen zu minimieren. Auch können große Handelsvolumina die anderen Marktteilnehmer beeinflussen.

Hidden Order

Eine Hidden Order geht einen Schritt weiter als die Iceberg Order. Hier wird die Order komplett vor den anderen Marktteilnehmern versteckt und weder in den Marktdaten noch im Orderbuch erkennbar. Hidden Orders müssen ein bestimmtes Mindestordervolumen erfüllen, welches durch die ESMA (European Securities and Markets Authority) festgelegt wird. Dabei haben sie jedoch eine geringere Priorität als eine sichtbare Order. Bei gleichem Preislimit werden also zuerst die sichtbaren Orders ausgeführt.

Position eröffnen/schließen

Eine Position zu eröffnen bedeutet, dass man ein oder mehrere Lots kauft bzw. verkauft. Eröffnet man eine Position, ist dies mit dem Einstieg in den Markt verbunden. Dafür nutzt man eine Order, die quasi als Anweisung für den Broker dient. Wird die Position durch den Verkauf der long-Position oder den Kauf der short-Position wieder geschlossen, verlässt man den Markt wieder. Als Synonym für das Schließen einer Position gilt auch glattstellen.

Long/short gehen

„Long gehen“ bedeutet an der Börse, dass man ein Finanzprodukt kauft, „short gehen“ bedeutet, dass man es verkauft. Gleiches gilt auch für den Devisenhandel. Hier kann man von steigenden Kursen, aber eben auch von fallenden profitieren. Rechnet man mit steigenden Kursen, geht man long und kauft die entsprechende Währung. Hat man sein Kursziel erreicht, verkauft man sie wieder.

Rechnet man nun aber mit sinkenden Kursen, geht man short und verkauft zunächst die Währung. Dabei ist es unerheblich, dass man keine Einheiten dieser Währung besitzt, den Verkauf übernimmt der Broker. Nach dem Schließen der Position muss man die Währung jedoch vom Broker „zurückkaufen“.

Hier ist zu bedenken, dass man beim Devisenhandel immer short und long geht. Das liegt daran, weil Währungen immer in Paaren gehandelt werden. Kauft man also beispielsweise US-Dollar und bezahlt in Britischen Pfund, geht man long auf GBP/USD. Dabei geht man gleichzeitig short auf Britische Pfund, da man ja quasi mit ihnen die US-Dollar bezahlt. Auf GBP/USD long zu gehen ist also das Gleiche wie auf USD/GBP short zu gehen.

Basiswährung/ Kurswährung

Währungen werden am Devisenmarkt immer als Währungspaare gehandelt. Während die erste Währung aus einem Währungspaar Basiswährung genannt wird, wird die zweite Währung als Kurswährung bezeichnet. Die englischen Begriffe dafür sind base currency (Basiswährung) und quote currency (Kurswährung). Dabei ist die Basiswährung die Währung, die Sie kaufen, und die Kurswährung ist die, in der Sie bezahlen.

Wenn man beispielsweise beim Währungspaar EUR/USD long geht, kauft man Euro und bezahlt mit US-Dollar. Der Kurs beschreibt dabei den Kaufpreis in Dollar für einen Euro.

Cross Currencies

Beim Devisenhandel nehmen Währungspaare mit US-Dollar das größte Handelsvolumen auf. Bei mehr als 80 Prozent aller Handelsaktivitäten am Devisenmarkt ist der US-Dollar beteiligt. Natürlich gibt es noch andere Währungspaare wie EUR/GBP oder GBP/JPY. Diese Währungspaare, bei denen der US-Dollar nicht beteiligt ist, werden als Cross Currencies bezeichnet. Die Liquidität und das Handelsvolumen ist bei den Cross Currencies geringer. Aufgrund der schlechteren Handelbarkeit ist der Spread bei solchen Währungspaaren in der Regel etwas höher.

Unterstützungen und Widerstände

In der Chartanalyse spricht man von Widerständen und Unterstützungen, um Kursverläufe zu beschreiben. Wenn ein Kurs in einem Aufwärtstrend einen bestimmten Kursstand häufiger nicht überschreiten kann, spricht man von einem Widerstand. Der Kurs „prallt“ sozusagen immer wieder nach unten ab. Gelingt der Sprung über den Widerstand dann doch, ist dies ein Signal für den Trader zum Kauf.

Dieser durchbrochene Widerstand wird daraufhin zur neuen Unterstützung. Eine Unterstützung ist wie der Widerstand eine scheinbare Barriere, die der Kurs nicht ohne Weiteres durchbrechen kann. Dabei ist die Unterstützung natürlich der Gegenpart zum Widerstand und wird nicht nach unten durchbrochen, so dass der Kurs immer wieder nach oben „abprallt“. Genau wie beim Widerstand kehrt sich auch nach dem Durchbruch einer Unterstützung dessen Funktion um und sie wird zum Widerstand.

Unterstützungen und Widerstände eignen sich sehr gut, um Einstiegs- und Ausstiegspunkte, auch Entry- und Exit-Punkte genannt, zu finden. Das heißt, allein auf der Grundlage des Charts können Trader ohne weitere Hilfsmittel bereits Handelsentscheidungen treffen. Die Unterstützungen und Widerstände können Aufschluss über die künftige Kursentwicklung geben. Dabei ist zu beachten, dass, je größer der betrachtete Zeitraum ist, desto wichtiger werden die Unterstützungs- und Widerstandslevel.

Handelszeiten

Mit Devisen wird weltweit gehandelt und weil sich die Börsenzeiten der großen Börsen überschneiden, ist es sogar möglich, rund um die Uhr mit Währungen zu handeln. Nur am Wochenende haben alle Börsen geschlossen.

In Deutschland kann man bereits ab Sonntagabend um 23 Uhr (GMT+1) mit dem Traden beginnen, weil es dann nach australischer Zeit 9 Uhr am Montag ist und die Börse in Sydney öffnet. Danach öffnen dann auch die Börsen in Tokio (Start um 1 Uhr GMT+1), Hongkong und Moskau, bevor dann in London und Frankfurt um 9 Uhr begonnen wird. In New York öffnet sich der Markt um 15 Uhr.

Wichtig sind die Handelszeiten, um zu wissen, wann auf dem Markt reges Treiben herrscht. Im Forex-Handel versucht man die Volatilität zu seinem Vorteil zu nutzen, das heißt, man versucht, aus den Schwankungen der Währungskurse Gewinne zu generieren. Dies ist besonders bei einem hohen Handelsvolumen gegeben.

Wenn sich nun wichtige Handelsplätze überschneiden, führt das zu einem Anstieg der Handelsaktivitäten. Wenn die Börsen in Europa öffnen, ist mit einer erhöhten Trading-Aktivität zu rechnen, weil die Marktteilnehmer auf die Nachrichten des letzten Tages und die Umstände auf den asiatischen Märkten reagieren.

Das größte Handelsvolumen tritt meist zwischen 15 und 17 Uhr (GMT+1) auf, da sich hier die Handelszeiten der drei großen Börsen Frankfurt, London und New York überschneiden. Sie haben aber dennoch rund um die Uhr die Möglichkeit, mit dem Devisenhandel Gewinne einzufahren.

Wer gerne nachts arbeitet und die Gegebenheiten auf dem ruhigeren asiatischen Markt nutzen möchte, kann unter dem Begriff Scalping eine Strategie entdecken, die von kleinen Kursbewegungen profitiert.

Das größte Handelsvolumen wird übrigens in London abgewickelt. 37 Prozent des globalen Devisenhandels konnten im Jahr 2016 in London verzeichnet werden, in Frankfurt waren es immerhin noch 20 Prozent. Ob dies auch in Zukunft so sein wird, bleibt ob des Brexits abzuwarten. Da ein Großteil der Bankangestellten aus London umziehen werden, könnte sich der europäische Handel weiter nach Frankfurt verlagern. Einen großen Einfluss auf das Handelsvolumen wird dies aber wahrscheinlich nicht haben.

Scalping

Beim Scalping verfolgt man das Ziel, Positionen nur kurz offen zu halten und kleine, dafür aber viele Gewinne zu generieren. Die Positionen werden dabei bis maximal zwei Minuten offengehalten, oft auch nur wenige Sekunden. Sind die Intervalle länger als zwei Minuten, gilt es nicht mehr als Scalping, sondern als Intraday-Trading. Die Gewinne liegen bei einem bis fünf Pips pro Trade, so dass eine große Anzahl an Positionen und ein großer Hebel erforderlich ist, damit die Strategie lukrativ wird. Auch die Lot-Größe ist hier entscheidend. Mit den Standard-Lots kann man natürlich deutlich höhere Gewinne einfahren, als wenn man mit einem Micro-Lot 1 Pip Plus macht.

Allerdings ist diese Strategie nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Da mit einem hohen Hebel und mit den großen Lot-Größen gearbeitet wird, können Laien ihr Handelskapital schnell aufbrauchen. Darüber hinaus erfordert es einiges an Erfahrung, um mit der nervlichen Belastung zurechtzukommen, und einiges an Disziplin, um die Strategie optimal zu verfolgen. Darüber hinaus verwenden „Scalper“, wie die Anwender dieser Strategie auch genannt werden, selten Stop-Loss oder Take-Profit-Funktionen, weil es einfach zu lange dauert, diese zu bestimmen.

Candlestick Charts

Die beliebteste Form der Chartdarstellung unter Tradern ist die Candlestick-Variante. Wie der Name vermuten lässt, werden die Kurse hier in Form von Kerzen dargestellt. Die Kerzen haben dabei zwei unterschiedliche Farben. Je nach Software ist dies meist rot für sinkende Kurse und grün für steigende Kurse. Aber auch schwarze und weiße Darstellungen sind ebenso möglich wie individuelle Einstellungen.

Der unterste Punkt der Kerze zeigt den niedrigsten Kurs an, der in diesem Intervall erreicht wurde, der oberste Punkt zeigt den höchsten Kurs an. Der Kerzenkörper zeigt den Eröffnungs- und Schlusskurs für dieses Intervall. Bei einer „positiven“ Kerze ist der obere Rand des Kerzenkörpers der Schlusskurs und der untere Rand der Eröffnungskurs. Bei einer Kerze, die sinkende Kurse darstellt, ist es logischerweise umgekehrt.

Chance-Risiko-Verhältnis

Das Chance-Risiko-Verhältnis beschreibt den möglichen Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Die Chance ist der Betrag, den man mit dem Trade realisieren kann, und das Risiko ist der Einsatz, den man für diesen Trade heranzieht. Wenn man zum Beispiel 20 Euro einsetzt und das Kursziel so setzt, dass man 40 Euro erreichen kann, ist das Chance-Risiko-Verhältnis 40:20 bzw. 2:1.

Risikomanagement

Ein wichtiger Begriff, den viele Trading-Anfänger gerne mal ignorieren, ist das richtige Risikomanagement, auch Geldmanagement genannt. Nicht nur eine gute Strategie ist auf dem Weg zum Erfolg hilfreich, auch eine sinnvolle Verwaltung und Aufteilung des Trading-Kapitals ist dafür von Bedeutung.

Sein Trading-Kapital kann man sich nach unterschiedlichen Methoden einteilen. Als gute Faustregeln für Anfänger gelten folgende Kapitalaufteilungen:

  • Man sollte genug Kapital für mindestens 50 Trades haben.
  • Man sollte nie mehr als 2,5 Prozent seines Kapitals in einen Trade investieren.

Dabei ist es nicht erforderlich, sich haargenau an solche Vorgaben zu halten. Eine Annäherung an solch ein konservatives System ist aber vor allem für Anfänger geeignet, damit die Trading-Karriere nicht nach den ersten Schritten schon wieder vorbei ist. Die Höhe des Gesamtkapitals bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Wer das Risiko mag und über genug Kapital verfügt, das er nicht zum Leben benötigt, kann auch gerne mit einem höheren Grundkapital starten. Anfänger sollten in der Regel jedoch mit ein paar hundert Euro beginnen und pro Trade nur bis zu fünf Euro riskieren.

Return on Investment

Als Return on Investment (ROI) oder Kapitalrendite wird das Verhältnis vom investierten Kapital und dem erzielten Gewinn bezeichnet. Mit dem ROI errechnet man, wie rentabel ein Investment gewesen ist. Bei Forex lässt sich mit dem ROI ermitteln, wie rentabel man in der zurückliegenden Zeit gehandelt hat.

Den ROI kann man beispielsweise für einen einzelnen Trade oder auch für Zeiträume berechnen. Dazu folgende Beispiele:

  • Investiert man in einen Trade 50 Euro und erhält 55 Euro zurück, liegt der ROI bei 10 Prozent.
  • Beginnt man den Monat mit 500 Euro und am Monatsende ist das Trading-Kapital auf 600 Euro angewachsen, beträgt der ROI 20 Prozent.

Fundamentalanalyse

Bei der Fundamentalanalyse werden zahlreiche Wirtschaftsdaten berücksichtigt, um damit Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung zu schließen. Dazu werden beispielsweise Arbeitsmarktdaten, Produktionskapazitäten, das Verbraucherverhalten und Finanznachrichten betrachtet. Hierdurch wird es möglich, vergangene Kursbewegungen zu erklären und unter Umständen auch zukünftige Bewegungen vorherzusagen.

Die Fundamentalanalyse ist hierbei in erster Linie für mittel- bis langfristige Einschätzungen der Entwicklung hilfreich. Deshalb sind die meisten Trader Verfechter der technischen Analyse. Jedoch gilt auch im Devisenhandel, dass der Wert der Währungen auf den wirtschaftlichen Verhältnissen des Landes bzw. der Region beruht. Verändern sich nun die Wirtschaftsverhältnisse, ändert sich auch der Wert. Jedoch ist es nicht sinnvoll, im Devisenhandel nur auf die Fundamentalanalyse zurückzugreifen.

Andernfalls ist es aber auch nicht empfehlenswert, nur auf die technische Analyse zu bauen. Kurz vor und nach der Bekanntgabe wichtiger Wirtschaftskennzahlen unterliegt auch der Forex-Markt größeren Schwankungen, die von der technischen Analyse weder vorhergesagt noch richtig gedeutet werden können. Der richtige Weg liegt also wie immer irgendwo in der Mitte.

Technische Analyse

Die technische Analyse ist das Gegenstück zur Fundamentalanalyse. Durch die Auswertung von vorangegangenen Kursverläufen sollen zukünftige Preisentwicklungen prognostiziert werden. Daher beruhen auch viele Trading-Strategien auf den Grundlagen der technischen Analyse. Für die Analyse und zum Finden von Einstiegspunkten werden in den Kurscharts technische Indikatoren verwendet.

Die Prognose über eine technische Analyse ist möglich, da die Perioden der Kursentwicklung aus erkennbaren und wiederkehrenden Mustern bestehen. Je nachdem, in welchem Zeitrahmen man handelt, muss die Analyse der Kursentwicklung anders vonstattengehen. Intraday-Trader nutzen beispielsweise Charts mit einem kürzeren Zeitintervall als Wochen-Trader und verwenden andere technische Indikatoren zur Bestätigung ihrer Handelsentscheidungen.

Man darf sich jedoch nicht nur auf die technischen Indikatoren verlassen. Es ist nötig, alle Informationen, also auch die aus der Fundamentalanalyse, in die Handelsentscheidungen einfließen zu lassen. Des Weiteren lassen sich in den Chartverläufen auch Muster ohne technische Indikatoren erkennen. Diese lauten z.B.:

  • Kopf-Schulter-Muster (Head and Shoulders)
  • Double-Top / Double-Bottom
  • Symmetrisches Dreieck, fallendes Dreieck, steigendes Dreieck

Technische Indikatoren

Technische Indikatoren sind Hilfsmittel für die technische Analyse. Sie sind mathematische Formeln und sammeln Informationen aus den zurückliegenden Kursverläufen, um daraus Prognosen abzuleiten. Dabei werden keinerlei wirtschaftliche Kennzahlen wie bei der Fundamentalanalyse genutzt, sondern nur die Informationen aus den Kursverläufen. Technische Indikatoren sind mittlerweile nicht mehr den Profis vorbehalten, sondern können aufgrund der technischen Entwicklung auch von allen privaten Tradern genutzt werden.

Je nach Anbieter oder Trading-Software hat man unterschiedliche technische Indikatoren zur Auswahl. Es gibt insgesamt mehrere hundert oder gar tausende solcher Indikatoren und es kommen stetig neue hinzu. Man muss wahrlich nicht alle kennen, aber mit den Indikatoren, die man bereits genutzt hat oder die man noch nutzen will, sollte man sich gut auskennen. Einige der bekanntesten Indikatoren lauten:

  • Gleitende Durchschnitte (Moving Averages)
  • Bollinger Bänder
  • Relative-Strength-Index (RSI)

Slippage

Wenn man eine Market Order zu einem bestimmten Preis eröffnen möchte, der Broker aber in diesem Moment die Kurse neu quotiert, kann es zu einer Abweichung kommen. Diese Abweichung wird als Slippage bezeichnet. Dabei kommt dieses Phänomen sowohl bei zurückgehender Marktliquidität vor, wenn viele Marktteilnehmer Entwicklungen, z.B. die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten, abwarten, bevor sie neue Orders abgeben, als auch bei sehr hoher Volatilität. Es kann derweil zu einem negativen als auch zu einem positiven Slippage kommen. Man kann von der Abweichung also auch selbst profitieren, wenn der Broker eine positive Slippage zulässt.

Volatilität

Die Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite von Kursen innerhalb eines Zeitraums. Die Kurse von unterschiedlichen Finanzinstrumenten wie Aktien, Währungen oder Rohstoffen unterliegen unterschiedlich starken Schwankungen. Eine hohe Volatilität liegt demnach vor, wenn ein Kurs sehr stark schwankt, was auf dem sehr liquiden Devisenmarkt häufig vorkommt.

Trader nutzen die Volatilität zu ihrem Vorteil und generieren durch sie Gewinne. Aufgrund der Schwankungen sind natürlich auch Verluste möglich, so dass nicht nur die Gewinnchance, sondern auch das Risiko in volatilen, also schwankenden Märkten steigt. Des Weiteren weisen unterschiedliche Währungspaare unterschiedlich starke Schwankungen auf. Je nach Handelsstrategie wird auch eine andere Volatilität benötigt. 

Handelsplattform

Der Zugang des Traders zum Devisenhandel geschieht über die Handelsplattform, auch Trading-Oberfläche genannt. Einige Broker bieten eigene Software an, damit man am Handel teilnehmen kann, andere haben eine Web-Oberfläche. Die bekannteste Software ist der MetaTrader, der von fast allen Brokern unterstützt wird.

Die verschiedenen Plattformen weisen Unterschiede in der Ausstattung auf, wie z.B. die Anzahl der Indikatoren und deren Nutzung sowie die Implementierung von Handelsautomatismen. Natürlich gibt es von vielen Brokern auch eine Handelsplattform für Smartphone und Tablet.

Dealing Desk Broker

Ein Dealing Desk Broker stellt die Kurse selbst gegen seine Kunden und leitet die Order nicht direkt in den Markt. Weil der Dealing Desk Broker jede Kundenorder manuell überprüft, kann es zu sogenannten Re-Quotes kommen. Der Kurs wird neu ermittelt und das kann zum Nachteil des Traders ausfallen. Zur Gewinnerhöhung eröffnen diese Broker häufig eine Gegenposition zur Kundenorder. Im Vergleich zum No-Dealing Desk Broker haben diese Broker jedoch den Vorteil, dass sie in der Regel mit einem fixen Spread arbeiten.

No-Dealing Desk Broker (Non-Dealing Desk, NDD)

Ein Broker, der nach dem No-Dealing-Desk-Prinzip arbeitet, leitet die Aufträge seiner Kunden direkt an den Markt weiter. Diese Broker nehmen also nicht wie ein Dealing Desk Broker den Gegenpart zum Kunden ein, sondern agieren als „echte“ Broker. Dabei verdient diese Art Broker nur am Spread, der je nach Liquidität des Marktes variabel ist.

Dafür sind die Kurse „realer“, weil dieser Broker die tatsächliche Breite des Marktes abdeckt. Außerdem könnte man vermuten, dass No-Dealing Desk Broker fairere Kurse anbieten als Dealing Desk Broker, weil sie nicht den Gegenpart zum Trader darstellen und somit keinen Vorteil aus dem Verlust des Traders ziehen. Nachgewiesen ist dies aber nicht.

Endlich bereit zum Traden?

Wenn Sie aufmerksam gewesen sind, sollten Ihnen nun die wichtigsten Begriffe aus dem Forex-Trading geläufig sein. Diese bilden nämlich – neben dem grundsätzlichen Verständnis für Währungen und Kursverläufe – die Basis, um nachhaltig am Forex-Markt tätig sein zu können.

Wenn Sie bis hierhin gekommen sind, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf unsere anschließenden Ratgeber, die Ihnen weitere wichtige Informationen zum Forex-Trading liefern. Wir wünschen Ihnen nun viel Erfolg auf dem Forex-Markt!

Infografik zum Thema Forex Trading

Infografik: Das sollten Sie über den Forex-Markt wissen! Bildquelle: forex.de