Risiko oder Spiel – Wie gefährlich ist der Forex-Handel?

Der Forex-Handel ist für Einsteiger nicht zu empfehlen, sondern überwiegend für Profis gedacht, was nicht bedeutet, dass unerfahrene Trader keine Möglichkeit haben, den Einstieg zu finden. Bevor man am Devisenhandel teilnimmt, sollte man sich ganz einfach intensiv mit der Thematik auseinandersetzen. Der Forex-Trader muss sich darüber im Klaren sein, dass nicht nur überaus hohe und schnelle Gewinne winken können, sondern auch der Totalverlust des Kapitals. Selbst für sehr erfahrene Marktakteure, die sich sehr gut auskennen, bleibt ein hohes Risiko bestehen, das sich aber eben auch sehr lohnen kann. Im Folgenden soll auf die Risiken im Devisengeschäft aufmerksam gemacht werden.

Verschiedene Grafiken von Währungssymbolen liegen umgestürzt auf Boden

Wenn man beim Forex-Trading nicht aufpasst, können große Gewinne schnell wieder weg sein.

Historie des Forex-Marktes

Der Devisenhandel existiert, seitdem die Menschen über weite Strecken hin Handel treiben. Schon in der Antike wurden schon sehr einfache Währungstauschgeschäfte auf Grundlage von Gewicht und dem verwendeten Material der Münzen vorgenommen. Dort, wo sich Menschen aus aller Welt trafen und Handel trieben, haben sie auch ihre Währungen getauscht.

Die Bedeutung von Forex

Forex steht für „Foreign Exchange Market“ und meint nichts anderes als den Handel mit Fremdwährungen. Ein weiterer Begriff hierfür lautet im Deutschen „Devisenmarkt“. Das Gleiche ist gemeint, wenn vom FX-Markt oder dem Währungsmarkt die Rede ist.

Er ist der größte Markt der Welt und umfasst einen täglichen Umsatz von mehr als 5 Billionen US-Dollar. Auf dem Forex-Markt können Händler Fremdwährungen kaufen oder verkaufen. Schon der Umtausch vor einer Urlaubsreise ist ein solches Geschäft. Die fünf wichtigsten Währungspaare beim Forex sind

  • EUR/USD,
  • USD/JPY,
  • GBP/USD,
  • USD/CHF und
  • USD/CAD.

Dabei fällt auf, dass bei allen Währungspaaren die eine Hälfte vom Dollar gestellt wird. Das hängt mit seiner herausragenden Rolle als weltweite Leitwährung zusammen. Die meisten Rohstoffe werden in Dollar gehandelt, die meisten Devisenreserven liegen in Dollar vor und er genießt das meiste Vertrauen unter den Anlegern.

Wo und durch wen wird gehandelt?

Da der Forex nicht an einem festen Handelsplatz, sondern im Internet gehandelt wird, kann quasi jeder von jedem beliebigen Ort mit Internetzugriff am Devisenhandel teilnehmen. Dafür gibt es eine Vielzahl von FX-Tools. Es gibt sie für PCs oder als Browser-Plug-in sowie als Smartphone-App. Sie helfen, den Devisenhandel zu vereinfachen, damit jeder am Forex-Trading teilnehmen kann.

Doch hier liegt eben auch die Gefahr. Denn der Handel mit Devisen ist nicht zu empfehlen, wenn man sich vorab nicht ausführlich mit den Mechanismen des Marktes und Forex-Strategien beschäftigt hat.

Dem Devisenhandel sind hohe Risiken immanent, somit sollten Laien lieber Abstand von dem Gedanken nehmen, am FX-Markt auch ohne großes Fachwissen auf satte Gewinne zu hoffen. Eine Währung verliert in aller Regel gegenüber allen Währungen an Wert. Wenn ein Trader nun verschiedene Fremdwährungen gekauft hat, ist der Verlust gleich an allen Seiten spürbar. Das ist der Grund, warum die meisten Marktteilnehmer beim Forex-Trading Banken, Handelshäuser, Unternehmen oder professionelle Devisenmakler sind.

Die Handelszeiten richten sich nach den vier Haupthandelszeiten. Berücksichtigt werden die Öffnungszeiten der Märkte New York, London, Tokio und Sydney. Von Deutschland aus kann man also von sonntags 22:00 Uhr bis freitags 23:00 Uhr auf den Markt zugreifen. Unter der Woche können die Händler so gut wie 24 Stunden am Tag mit Devisen Handel treiben. Werktags zwischen 13:00 und 17 Uhr ist eine besonders attraktive Zeit, da die Börsen in Europa und den USA dann zeitgleich geöffnet sind.

Worin genau liegt das Risiko?

Das Risiko am FX-Markt liegt darin, dass er hochspekulativ ist. Selbst bei Einbeziehung sämtlicher zur Verfügung stehenden Quellen lässt sich eine zuverlässige Prognose über die Kursentwicklungen schwer anstellen. Der Markt ist zu sprunghaft und viele der fast unzähligen Einflussfaktoren lassen sich nicht vorhersagen. Zwar ist die Liquidität des Marktes immens und die Renditechancen sind hoch, aber in der Praxis unterliegen die Gewinne starken Schwankungen.

Wie bereits erwähnt sind die Faktoren, die die Devisenkurse beeinflussen, vielfältig. Bevor es passiert ist, hätten die wenigsten mit den Ausgängen des Brexit-Referendums gerechnet oder dass Donald Trump die Wahl zum Präsidenten der USA gewinnen würde. Bei beiden Ereignissen haben die Märkte prompt reagiert. Im Laufe von Trumps Präsidentschaft ist der Dollar massiv im Wert gesunken.

Es ist ebenfalls zu bedenken, dass sich die meisten Entwicklungen der Kurse im hinteren Nachkommabereich, den Pips, bewegen. Zusätzlich fallen immer Gebühren für den Broker an, der den Zugang zum Markt überhaupt erst ermöglicht. Die Zusatzkosten sollten daher genauestens berücksichtigt werden. Dennoch können durch die hohe Hebelwirkung extrem hohe Gewinne erzielt werden. Auch hier gilt: Je größer der Einsatz, desto größer die Hebelwirkung. Das Risiko sollte trotzdem realistisch eingeordnet werden.

 

Infografik zu den Chancen und Risiken von Forex-Trading

Infografik: Forex-Trading beinhaltet sowohl riesige Gewinnchancen als auch große Risiken. Bildquelle: eigene Darstellung

Vorsicht, Nachschusspflicht!

Manche Forex-Broker haben in ihren AGB eine sogenannte Nachschusspflicht vorgesehen. Das heißt für den Trader, dass er im Fall einer falschen Entscheidung noch über den geleisteten Einsatz hinaus für die Verluste der gehebelten Produkte haften muss.

Die Hebelwirkung, die auf der einen Seite dafür sorgt, dass man schon mit relativ wenig Startkapital loslegen kann, birgt auch die Gefahr, nach hinten loszugehen. Der hohen Gewinnoption steht diejenige auf der Verlustseite spiegelbildlich gegenüber.

Das kann ziemlich teuer und bei 500 € Einsatz und 200-fachen Hebel auch schon einmal existenzbedrohend sein. Zum Glück steigt die Zahl der Broker, die diese Gefahr ausdrücklich ausschließen.

Dann bedeutet der sogenannte Margin Call nicht Nachschusspflicht, sondern lediglich, dass der Broker dem Trader die Möglichkeit gibt, seine Sicherheitsleistung zu erhöhen, um die Position zu halten, bevor die Einlagesumme aufgebraucht ist. Dies ist wiederum ein Grund, weswegen Forex-Trading sukzessive sicherer wird.

Zeitfaktor

Der Zeitaufwand beim FX-Handel ist sehr hoch. Zwar helfen die Broker in der Regel bei der Entwicklung einer gewinnbringenden Strategie, trotzdem muss sich der Trader lange und intensiv mit dem Devisenhandel beschäftigen, bevor er erfolgreich teilnehmen kann.

Anfängerglück ist nicht sehr weit verbreitet unter Tradern, zu komplex ist der Markt. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt es sich, vorher bei einem Broker ein Demokonto zu eröffnen, um langsam ein Gespür für den Währungshandel zu bekommen. Nach einiger Zeit und erweitertem Erfahrungsschatz kann dann dazu übergegangen werden, auf echtes Geld umzusteigen.

Was kann helfen?

Am besten hilft immer noch verantwortungsvolles Handeln des Traders.

  • Er sollte niemals mehr investieren, als er im Verlustfall aushalten kann.
  • Er sollte Währungen mit niedrigem Kurs kaufen und bei hohem Kurs wieder verkaufen. Was so leicht klingt, stellt Trader immer wieder vor Probleme. Doch wenn eine Währung im Vergleich sehr niedrig ist, wird alleine diese Tatsache in aller Regel die Nachfrage nach ihr befeuern und so zu einem Kursanstieg führen. So kann mit Gewinn verkauft werden.
  • Am besten ist es, einen Broker auszuwählen, der die Nachschusspflicht in seinen Geschäftsbedingungen ausgeschlossen hat.

Wer sich an die Regeln hält und sich selber einige Kontrollmechanismen zulegt, kann ohne zu großes Risiko gute Gewinne beim Forex-Handel einfahren.