US-Dollar

Der US-Dollar ist das offizielle Zahlungsmittel in den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus ist es die gesetzliche und amtliche Währung auf den Britischen Jungferninseln, Marshallinseln, Turks- und Caicosinseln sowie in Bonaire, Ecuador, El Salvador, Liberia, Mikronesien, Osttimor, Kambodscha, Panama, Palau, Saba, Simbabwe und Sint Eustatius. Das Kürzel für den United States Dollar ist USD, das Symbol ist das allseits bekannte $.

Unterteilt wird ein Dollar in 10 Dime oder 100 Cents – letztere werden mit dem Symbol ȼ bzw. c abgekürzt. Weniger gängig ist die Unterteilung in 1000 Mill, kurz .  Da die Rückseiten der Dollar-Banknoten grün gestaltet sind, ist der umgangssprachliche Ausdruck Greenback im Umlauf. Noch populärer ist die Bezeichnung Buck.

Für den Druck der Banknoten ist das Bureau of Engraving and Printing zuständig, welches seinen Sitz in Washington, D.C. hat. Die Münzen hingegen werden von der United States Mint geprägt. Der US-Dollar ist eine frei konvertible Währung, was bedeutet, dass sie im Außenhandel frei und unbegrenzt in andere Währungen umgetauscht werden kann.

Ursprung des $-Symbols

Die Herkunft des Zeichens $ als Symbol für den US-amerikanischen Dollar beruht bis heute auf Mutmaßungen. Es gibt dazu zwei Hypothesen: Die eine besagt, dass das Dollarzeichen aus dem Kürzel Ps für den Spanischen Peso, der bis zu dessen Ersatz durch den US-Dollar im Jahre 1785 in Nordamerika verwendet wurde, entstand. Dabei soll sich beim Schreiben das P über das S geschoben haben und die Rundungen des P allmählich weggefallen sein, sodass $ übrigblieb. Die andere These sieht im Zeichen eine Abstraktion der Säulen des Herakles, die insofern als Erklärung plausibel sind, als dass sie ein wichtiges spanisches Staatssymbol darstellen und sogar in das aktuelle spanische Wappen integriert sind.

Es bleibt zu erwähnen, dass das $-Symbol nicht exklusiv für die US-Währung in Gebrauch ist, sondern bis dato als Zeichen für den Peso in etlichen spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas verwendet wird.

Geschichte des US-Dollars

1/3 Kontinental-Dollar, 1776

1/3 Kontinental-Dollar, 1776 (via Wikimedia Commons)

Die Idee eine Einheitswährung zu schaffen, kam Ende des 17. Jahrhunderts auf, als der Handel mit Rohstoffen wie Tabak und Baumwolle zwischen den britischen und den amerikanischen Kolonien an der Ostküste Nordamerikas blühte. Da das englische Pfund als Zahlungsmittel verboten war und in den amerikanischen Kolonien zahlreiche Währungen im Umlauf waren, entschied sich die Massachusetts Bay Colony eigenes Papiergeld zu nutzen. Bald darauf folgten weitere Kolonien diesem Beispiel. Die Briten jedoch versuchten durch Einschränkungen die Entwicklung einer vom Mutterland unabhängigen Finanzwirtschaft sowie Industrie zu boykottieren. So wurde 1704 das Prägen von Münzen in sämtlichen Kolonien verboten. Zwischenzeitlich waren deshalb niederländische Gulden und spanische Reales im Einsatz, um weiterhin Handel treiben zu können. Auch wenn sich die Einführung einer US-amerikanischen Einheitswährung noch um einige Jahrzehnte verzögern sollte, setzte sich nichtsdestotrotz schon einmal der Begriff Dollar für Silbermünzen spanischer Herkunft im allgemeinen Sprachgebrauch durch.  

Als nach Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs der Kontinentalkongress 1776 die erste eigene US-Währung – den Kontinental-Dollar – einführte, war das Vertrauen in das Papiergeld aufgrund der rasch wachsenden Geldmenge und hohen Fälschungsrate schwindend gering. Schon bald wurde eine Währungsreform nötig, und der Kongress bat die Bank of North America in Philadelphia um Unterstützung. 1785 wurde schließlich der US-Dollar als offizielle Währung eingeführt.

Münzen

Alle Dollarmünzen, die seit 1793 ausgegeben wurden, enthalten die Prägung LIBERTY („Freiheit“). Ebenso ist das Motto E pluribus unumAus vielen eines – Teil aller US-Münzen. Die Inschrift In God we trust, zu Deutsch Auf Gott vertrauen wir, fand sich erstmals ab 1864 auf dem neu eingeführten 2-Cent-Stück. Seit 1938 wird sie einheitlich auf alle Münzen geprägt.

Aus Gold gefertigte Münzen wurden im Zuge des Goldverbotes im Jahre 1933 eingezogen. Dies betraf die als Eagle bezeichnete 10-Dollar-Münze, die Quarter-, Half– und Double-Eagle-Münzen sowie die 1- und 3-Dollar-Goldmünzen. Etwa 20 Stück der mit der Jahreszahl 1933 geprägten Double-Eagle-Münzen sind weltweit noch erhalten und haben hohen Sammlerwert. Eine dieser nicht eingeschmolzenen Exemplare wurde bei einer Sotheby’s-Auktion in New York 2002 für einen Rekordpreis von 6,6 Millionen US-Dollar versteigert.

Penny

Das 1-Cent-Stück gibt es bereits seit 1793. Die Vorderseite der aktuellsten Version zeigt ein Porträt Abraham Lincolns, auf der Rückseite ist hingegen ein Wappenschild zu sehen.

Nickel

Auf der Vorderseite der 5-Cent-Münze ist seit 2006 ein Bildnis von Thomas Jefferson zu sehen. Die Inschrift LIBERTY („Freiheit“), ist nach Jeffersons eigener Handschrift modelliert.

Dime

Die 1946 geprägte Zehn-Cent-Münze trägt das Abbild des Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Die Rückseite der Münze zeigt eine Fackel, einen Olivenzweig sowie den Ast einer Eiche, welche Freiheit, Frieden, Unabhängigkeit und Stärke symbolisieren.

Quarter Dollar

Das 25-Cent-Stück ist seit 1796 im Umlauf. Motivtechnisch werden ab 2010 alljährlich fünf Nationalparks bzw. andere national bedeutsame Stätten dargestellt.

1-Dollar-Münze Eisenhower 1972, beide Seiten, © Richard Huber, CC BY-SA 3.0

Eisenhower-Dollar (1972) mit dem Porträt von US-Präsident Eisenhower (© Richard Huber, via Wikimedia Commons)

Half-Dollar

Auf der Vorderseite der 50-Cent-Münze wurde das Bildnis John F. Kennedys verewigt. Die Rückseite zeigt das Präsidentschaftssiegel bestehend aus einem Wappenadler, der in der einen Kralle einen symbolischen Olivenzweig, in der anderen ein Bündel aus 13 Pfeilen hält. Den Adler umgibt ein Kranz aus 50 Sternen, welche die 50 Staaten versinnbildlichen.

Dollar

Derzeit werden zwei 1-Dollar-Münz-Serien produziert: der Sacagawea-Dollar, dessen jährlich wechselnde Motive von den amerikanischen Ureinwohnern inspiriert sind, sowie der Präsidenten-Dollar, der sich nicht gegen den 1-Dollar-Schein durchsetzen konnte und heutzutage primär für Sammler in limitierter Auflage geprägt wird. Beide 1-Dollar-Münz-Serien sind goldfarbig, enthalten aber kein Gold. Sie sind nurmehr selten im Umlauf und hauptsächlich als Rückgeld bei Verkehrsautomaten anzutreffen.

Banknoten

Anders als beim Euro, ist die Größe aller Dollar-Scheine unabhängig von ihrem Wert gleich. Die Länge misst 155,81 mm, die Breite 66,42 mm.

Die Rückseite der Ein-Dollar-Note zeigt beide Seiten des Siegels der Vereinigten Staaten.

Banknoten im Wert von über 100 US-Dollar werden nicht mehr produziert. Zwar sind die früheren Ausgaben weiterhin als Zahlungsmittel zugelassen, sind allerdings aufgrund ihres Sammlerwerts, welcher den Nennwert bei Weitem übersteigt, nurmehr in Museen und Privatsammlungen zu sehen.

Den bisher höchsten Nennwert hatte eine 1934 von Bureau of Engraving and Printing gedruckte Note. Ihr Wert: 100.000 US-Dollar. Der Erwerb des Zertifikats war nur gegen Gold im gleichen Wert möglich und wurde ausschließlich für Transaktionen zwischen Zentralbanken eingesetzt.

Warum sind die „Greenbacks“ grün?

Auf diese Frage gibt es bisher keine eindeutige Antwort. Eine mögliche Erklärung wäre, dass 1929 große Mengen des grünen Farbstoffs vorhanden waren, und dieser auch wegen seiner Resistenz gegen physikalische und chemische Veränderungen in der Produktion bevorzugt wurde. Manche sehen die Verwendung von Grün in der Farbpsychologie begründet: das Grün soll für die Stabilität und Stärke der Regierung stehen sowie vertrauensfördernd wirken.

Sicherheitsmerkmale

Seit 1865 entwickeln das United States Secret Service, das Federal Reserve System und das Bureau of Engraving and Printing gemeinsam Maßnahmen, die Fälschungen möglichst gering halten sollen. In diesem Sinne wurden 1966 erstmals Sicherheitsmerkmale auf den Banknoten eingeführt. Zusätzlich verändert sich alle sieben bis zehn Jahre das Design aller gängigen Scheine, die 1- und 2-Dollar-Noten ausgenommen.

Zu den Sicherheitsmerkmalen gehören:

  • Sicherheitsfaden: Hierbei handelt es sich um einen dünnen Streifen, welcher sich durch die Banknote zieht und den Nennwert der Note beinhaltet. Er ist auf allen Scheinen vorhanden, außer auf den 1- und 2-Dollar-Noten.
  • Mikroschriften: Aufdrucke, die so winzig sind, dass sie beim normalen Hinschauen als Linie erscheinen. Auch hier ist wiederum der Nennwert der Note inkludiert.
  • Wasserzeichen: Sie entstehen durch die unterschiedlichen Dichtegrade des Papiers und beinhalten das Bildnis der jeweils auf der Banknote abgebildeten Persönlichkeit. Hält man die Banknote gegen das Licht, wird das Porträt sichtbar.
  • Optisch veränderliche Tinte: Die Farbe der Aufschrift verändert sich je nach Betrachtungswinkel.
  • Feine Linienstrukturen: Die Linienmuster befinden sich auf der Vorderseite hinter dem Porträt und auf der Rückseite umgeben sie das historische Gebäude. Von Druckern und Scannern können sie nur schwer erkannt werden, für das Auge sind sie jedoch leicht sichtbar.
  • Vergrößerte Porträts: Sie erschweren die Banknotenfälschung durch die detailliertere Darstellung von Bildern.
Vorderseite einer USD 100 Banknote aus der 2009er Serie der Federal Reserve

100-Dollar-Banknote aus der 2009er Serie der Federal Reserve (© Bureau of Engraving and Printing, via Wikimedia Commons)

Mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen wurde eine 2013 ausgegebene 100-Dollar-Variante versehen. Das 3D-Sicherheitsband, eine in Gold gedruckte „100“, ein weiteres Wasserzeichen sowie ein 3D-Bild, auf welchem je nach Blickwinkel eine Glocke bzw. „100“ zu sehen ist, sollen den Schein noch kopiersicherer machen.

Hawaii-Dollar

1942 wurden in Hawaii, noch vor der Angliederung der Inselkette als 50. Bundestaat an die USA, eigene Dollar-Banknoten eingeführt. Die Motive sind zwar die gleichen wie auf den üblichen Dollarnoten, das Schatzamtsiegel und die Seriennummer wurden hingegen in Braun statt in Blau oder Rot gedruckt. Sowohl die Vorder- als auch Rückseite der Banknote trägt den Aufdruck HAWAII. Die für die Inselkette produzierte Serie umfasste lediglich Banknoten zu 1, 5, 10 und 20 Dollar.

Goldstandard

Die Zeiten, da die von den USA produzierten Dollar zu gleichem Anteil durch Goldreserven gedeckt waren, sind vorbei. Die Loslösung vom Goldstandard im Jahre 1933 verhalf den USA zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Wie die meisten Weltwährungen, ist der US-Dollar heutzutage an keinen Standard mehr gebunden. Vielmehr korreliert die Währung mit dem Gesamtvolksvermögen des Landes, der ökonomischen Leistungsfähigkeit und ist des Weiteren ebenso abhängig von der politischen Stabilität der Vereinigten Staaten wie auch ihrer militärischen Vormachtstellung.

Internationale Signifikanz des US-Dollars

Seit dem Greifen des Bretton-Woods-Systems 1944 sicherte sich der US-Dollar weltweit seine Rolle als Leit-, Reserve- und Transaktionswährung. Global gesehen, stellt er mit über 50 %-igem Anteil an internationalen Finanztransaktionen die meistgehandelte Währung dar. Einige Staaten der Welt führen den US-Dollar als inoffizielle Zweit- bzw. Nebenwährung. Einige Rohstoffe, u.a. das Erdöl, werden am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt, was ihm auch den Beinamen „Petrodollar“ einbrachte.

Trotzdem prophezeien Experten, dass der US-Dollar als Reservewährung immer mehr dem an Bedeutung stetig wachsenden Euro weichen wird.